Loipenabschnitt trägt nun Namen eines Wintersport-Urgesteins

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Skilangläufer, die in der Schwartenbergloipe unterwegs sind, müssen an einem Anstieg besonders viel Durchhaltevermögen und Ehrgeiz zeigen. Es sind jene Eigenschaften, die Volker Langer immer ausgezeichnet haben.

Neuhausen.

Kurz hinter dem Badweg geht es los. Wer in der Schwartenbergloipe dort weiterhin flott vorankommen will, muss auf die Zähne beißen. Zwar sind die reichlich 600 Meter hinauf zum sogenannten Heuflügel nicht sonderlich steil, doch es wird zäh. "Es ist der längste Anstieg der gesamten Runde, auf dem man kurz nach dem Start in Bad Einsiedel auf das höhere Plateau gelangt", erklärt Albrecht Dietze. "Ein Berg, an dem man durchhalten muss", ergänzt der Seiffener, der genau deshalb zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern des Neuhausener Pulsschlag-Vereins diesem Abschnitt einen besonderen Namen gegeben hat. "Langer-Stieg" steht auf einer frisch angebrachten Tafel geschrieben - und dazu die Erklärung: "Im Andenken an Volker Langer (1944-2021) in Würdigung seiner Verdienste für den Skisport."

Nie zuvor waren Bereiche der Schwartenbergloipe nach Personen benannt worden, doch dem kürzlich verstorbenen Urgestein des regionalen Wintersports wurde genau diese Ehre nun zuteil. "Bei Volker liefen einfach immer alle Fäden zusammen - egal, ob Schwartenberglauf, Nachwuchstraining, Skiwachsen, Kampfrichtertaufe, An- und Abwintern oder Weihnachtsmarkt", sagt Dietze über die Rolle, die Volker Langer im Pulsschlag-Verein spielte.

Als Aktiver hatte es der Neuhausener einst bis zum Klingenthaler Stützpunkt geschafft. Doch wichtiger als seine DDR-Meistertitel im Biathlon war ihm bald die Nachwuchsarbeit im Verein. 1979 erlangte Volker Langer seine Übungsleiterlizenz. Drei Jahre später begann er, sich im Vorstand zu engagieren. "Ich kenne niemanden, der so für den Skisport gelebt hat wie er", sagt Albrecht Dietze über den langjährigen Leiter des Trainingsstützpunktes, der 1991 zudem Abteilungsleiter im Verein wurde. Zu den von ihm geförderten Talenten gehörte unter anderem Olympia-Teilnehmer Janko Neuber. Auch dem Biathleten Hans Knorr sowie den Skilangläuferinnen Luca Marie Prezewowsky und Anna-Maria Dietze verhalf Langer zu einer kontinuierlichen Entwicklung mit nationalen und teils sogar internationalen Erfolgen. Neben dem Leistungs- zählte für den Neuhausener ebenso der Breitensport. "Ohne Volker wären der Verein und speziell die Ski-Abteilung nicht das, was sie heute sind", sagt Albrecht Dietze. Voraussetzung dafür sei die Einstellung von Langer gewesen, der trotz gesundheitlicher Probleme bis zuletzt im Vorstand aktiv war, um auch mit 77 Jahren noch etwas zu bewegen.

"Seine unnachgiebige, manchmal unbequeme, aber immer geradlinige, faire und freundliche Art wird uns in Erinnerung bleiben", würdigt Dietze. Dazu beitragen soll auch der "Langer-Stieg", auf dem durchaus reger Betrieb herrscht. Denn trotz Corona hält der Verein dank einer individuellen Variante an der Austragung des Schwartenberglaufs fest.

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