Marienberger Soldaten aus Litauen heimgekehrt

In den kommenden Tagen erfolgt der Kommandowechsel im Baltikum. Damit endet ein ungewöhnlicher Einsatz.

Marienberg.

Hochbetrieb hat am gestrigen Montagvormittag am Verladebahnhof in Marienberg geherrscht. Zehn Radfahrzeuge sowie zwölf Schützenpanzer Marder und Bergepanzer sind von den Güterwaggons abgeladen und in die Erzgebirgskaserne manövriert worden. Das Ende des Heimtransports aus Litauen. Auch ein Großteil der mehr als 300 Marienberger Soldaten ist bereits in mehreren Wellen vom Einsatz im Baltikum heimgekehrt. In den nächsten Tagen übergibt Oberstleutnant Axel Niemann das Kommando in Rukla an seinen Nachfolger. Der Führungswechsel schließt ungewöhnliche Monate für die Erzgebirger ab.

Seit Februar stellten die Jäger aus der Bergstadt den Kern eines multinationalen Gefechtsverbands an der Nato-Ostflanke. Bereits zum zweiten Mal übernahmen sie die Leitung von 1200 Soldaten aus Norwegen, Kroatien, Tschechien, Luxemburg, Belgien, den Niederlanden und Island. Ziel des Einsatzes: Präsenz zeigen sowie gemeinsame Übungen mit den anderen Nationen und einer litauischen Brigade. Zunächst sei alles planmäßig verlaufen, erklärt Oberleutnant Robert-Helge Patry. Doch die Corona-Pandemie sorgte für große Einschränkungen. Da sich auf dem Militärstützpunkt einige wenige Soldaten mit dem Virus infizierten, kam es zum harten Lockdown. Auch die im Mai geplante Großübung mit US-Truppen im Zuge der sogenannten "Defender Europe 2020", bei der mehr als 20.000 amerikanische Streitkräfte nach Osteuropa verlegt wurden, musste ausfallen. Dass die Soldaten in Rukla mehrere Wochen auf ihren Stuben bleiben mussten, zeigte allerdings Erfolg bei der Eindämmung des Virus. "Es gab keinen weiteren Corona-Fall mehr", sagt Patry und betont, dass die Truppe zu jeder Zeit einsatzfähig gewesen war.

Der Oberleutnant gibt derweil bekannt, dass der Rückkehrer-Appell wie geplant am 26. September stattfinden soll. Allerdings erfolgt die Zeremonie nicht auf dem Marktplatz, sondern aufgrund von Hygienebestimmungen in der Erzgebirgskaserne unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Lediglich die Familien der Soldaten und einige wenige geladene Gäste sollen am traditionellen Rückkehrer-Appell teilnehmen.

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