Menschen und Handys

Der Jugendgottesdienst am Gründonnerstag in der Witzschdorfer Kirche war wieder gut besucht. Es sollte "Zwang-los" sein.

Witzschdorf.

Der Jugendgottesdienst am Gründonnerstag in Witzschdorf ist fast ein Selbstläufer geworden. Etwa 150 Besucher füllten auch am diesjährigen Vorabend des Karfreitags die kleine Martin-Luther-Kirche, in der die Jungen Gemeinden aus Witzschdorf, Dittmannsdorf und Gornau wieder einiges auf die Beine gestellt haben. Von jungen Leuten für junge Leute.

Das Motto lautete "Zwang-los" und verdeutlichte eine Situation, in der sich viele, gerade junge Leute befinden: Sie haben nicht nur ein Smartphone, sondern sind Sklaven der Technik geworden mit all den sozialen Medien wie Facebook oder Instagram und ihren "Likes" und "Dislikes". Im Anspiel hält eine junge Frau, dargestellt von Nicole Diener, Zwiesprache mit ihrem Handy. Das weiß genau, wann es Zeit ist für ein neues Foto von sich, wie viele Nicole gut finden und dass sie doch endlich zur Tat schreiten soll, die angekündigte Mutprobe zu erfüllen.


Sie weiß nicht genau, ob sie die Mutprobe machen soll, aber der Zwang scheint fast übermächtig zu sein, so sehr unter Druck gesetzt fühlt sie sich. Das Anspiel in der Witzschdorfer endet ergebnisoffen, es bleibt unklar, ob Nicole zur Mutprobe antritt, die auch nicht genau beschrieben wird. Torsten Wohmann hat das Anspiel geschrieben, das so rüberkommt, als hätte er so etwas schon selbst erlebt. "Nein, zwar habe ich ein Handy, gönne mir aber ab und zu einen Smartphone-freien Tag. Ich konnte dieses Anspiel schreiben, weil ich einfach Menschen beobachte", sagte der Dittmannsdorfer.

Das Konzept zum Anspiel hatte er von den Jungen Gemeinden und Pfarrer Uwe Büttner erhalten, den Rest gestaltete er selbst. Und die Idee, lebensgroße Handys in Interaktion mit realen Menschen treten zu lassen, war einfach treffend. Emotionaler Höhepunkt des Jugendgottesdienstes war wieder das gemeinsame Abendmahl, bei dem sich die Besucher gegenseitig Brot und Wein reichen. "Ich war schon öfters hier, denn die christliche Botschaft zusammen mit dem Anspiel und dem Abendmahl ist ganz wunderbar", sagte die Gornauerin Sarah Köbsch.

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