Mit Kräutern, Salz oder klassisch: Eis gibt es für jeden Geschmack

Wo ist die kühle Schlemmerei am preiswertesten? Welche neuen Kreationen gibt es? Was mögen die Erzgebirger am liebsten? "Freie Presse" hat sich umgehört.

Zschopau.

Temperaturen über 30 Grad Celsius, brennende Sonne, kaum eine Wolke am Himmel: gute Gründe für einen Besuch in der Eisdiele. Die Schlemmerei schlägt in Zschopau und Umgebung mit maximal 1,25 Euro pro Kugel zu Buche, beim Softeis weichen die Preise ab (siehe Tabelle). Das ist vergleichsweise preiswert. In anderen Städten ist die 1,50-Euro-Marke bereits geknackt. Doch die Auswahl der Anbieter unterscheidet sich stark.

Kreation trifft Tradition : "Heutzutage kommt es auf pfiffige Kombinationen an. Vanilleeis kann niemand neu erfinden", glaubt Doreen Seidel. Die Inhaberin der gleichnamigen Konditorei in Gelenau hat mehr als 40 Sorten im Sortiment. Wem das nicht reicht, der kann sein eigenes Eis kreieren lassen. Nachgefragt sei etwa die Kombination Melone-Minze. Himbeer-Basilikum und Alpenkaramell mit Fleur de Sel sind ebenfalls beliebt. "Kräuter und die Kombination aus süß und salzig liegen im Trend", sagt Seidel. Aufgrund des großen Zustroms laufe die Eismaschine nicht wie üblich ab 8 Uhr, sondern schon 4.30 Uhr auf Hochtouren. Bei einer Sache ist sich die Inhaberin sicher: "Wegen des kalten Monats Mai werden wir den Rekord vom vergangenen Jahr wohl nicht mehr brechen."


Auch das Gelenauer Eiskaffee Hofmann setzt auf Kräuter. Die Inhaber Birgit und Sigfried Hofmann ernten ihre Zutaten im eigenen Garten. Blutorange-Thymian, Nougat-Rosmarin sowie Waldmeister mit Schokostücken heißen einige der Kreationen. Letztere trägt den Namen "Hasenpups". Waffeln gibt es in einer süßen und einer weniger süßen Variante. Nach wie vor beliebt sind Sorten wie Schoko und Vanille. "Tradition plus Extravaganz", fasst Birgit Hofmann das Konzept zusammen. Das komme an: "Wir haben jeden Tag Massenbetrieb."

Verhaltener startete die Woche im Zschopauer Jannys. "In den ersten Ferienwochen sind viele noch in der Ferne", erklärt Geschäftsführer Tino Küchler. "Danach läuft es aber immer richtig gut." Küchler ist Franchise-Nehmer bei dem deutschlandweit tätigen Unternehmen, das auf Klassiker und Neukreationen setzt. Neben Mango-Sorbet gibt es dieses Jahr ein Prosecco-Zitronen-Eis, das auf Wunsch in einer mit Prosecco gefüllten Schale serviert wird. Worauf Küchler Wert legt: "Unsere Eissorten sind frei von Zusatzstoffen und künstlichen Aromen."

Eis wie zu DDR-Zeiten: Klassisch hingegen das Motto der Gelenauer Bäckerei Otto. "Gurkeneis oder Ähnliches sind nicht mein Ding", erklärt Inhaber Jörg Otto, der den Laden seit der Wende mit seiner Frau Silvia führt. Wer wissen möchte, wie typisches DDR-Eis in den 1950er-Jahren geschmeckt hat, ist bei den Ottos richtig. Eine alte Eismaschine, hergestellt 1954 im VEB DKK Scharfenstein, mixt das Eis zusammen. "Es ist etwas fester, weniger cremig und unterscheidet sich geschmacklich von anderen Sorten", beschreibt Jörg Otto.

Softeis bleibt ein Renner: Um die Beliebtheit von Schoko und Vanille weiß Jens Moldenhauer, Inhaber der Hohndorfer Eisproduktion Hübschmann: "Bewährtes zieht bei den Kunden." Die Firma stellt Softeis her, beliefert auch Supermärkte und Tankstellen in Sachsen. Von Freitag bis Sonntag können Kunden die Schlemmereien vor Ort genießen. Ausschließlich Softeis gibt es auch in der Bäckerei, Konditorei & Café Vieweger in Grünhainichen. "Drei Viertel der Kunden wollen Schoko oder Vanille", schätzt Inhaber Steffen Vieweger. Bei Bedarf lassen sich die Klassiker mit verschiedenen Früchten aufpeppen.

"Vanille und Schokolade sind nach wie vor der Renner", bestätigt Rüdiger Stein. Seit 39 Jahren betreibt er mit Ehefrau Marion Steins Park-Eck in Zschopau. Derzeit gibt es dort jene zwei Softeissorten. An kühleren Tagen können sind es auch vier sein. "Zschopau ist kein Erholungszentrum. Bei Hitze sind die Leute eher außerhalb", erklärt Rüdiger Stein den Grund für die reduzierte Eisproduktion. Das Café hat normalerweise nur dienstags und sonntags geöffnet. Die beiden Rentner arbeiten nicht mehr in Vollzeit und suchen dringend Per- sonal, um das Café weiter zu betreiben.

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