Mobiles Museum zur Bergbaugeschichte

Für eineinhalb Jahre schließt das Bergbaumuseum in Oelsnitz seine Pforten. Damit der Kontakt zu den Besuchern nicht komplett abreißt, haben sich die Verantwortlichen etwas ausgedacht.

Oelsnitz.

Schicht im Schacht heißt es im Bergbaumuseum Oelsnitz. Das Haus schließt für anderthalb Jahre und wird umfänglich modernisiert. Zur Landesausstellung 2020 wird ein Teil des Museum mit neuem Ausstellungskonzept wiedereröffnet. Die gesamte, rund 17,25 Millionen Euro teure Maßnahme wird sich bis 2022 hinziehen.

Doch so ganz schließt das Museum seine Pforten nicht ab. Neben dem Ferienprogramm und dem Bergmannstammtisch - beide Formate werden fortgeführt - wird es ein mobiles Angebot für Schulen geben. "Ziel des Mobilen Museums und der anderen Formate ist es, den Kontakt zu unseren Besuchern zu halten", erläutert Museumsdirektor Jan Färber die Idee dahinter. Die beiden Museumspädagoginnen Marion Dittmann und Jenny Johne haben das Konzept für die mobilen Schulangebote erarbeitet. "Wir haben schon jetzt externe Angebote und weiten diese nun aus", sagt Museumspädagogin Marion Dittmann. Der Koffer des Mobilen Museums wird mit vier Themenschwerpunkten (siehe Kästen) gepackt. Mit dem werden sie im Erzgebirgskreis, aber auch nach Chemnitz oder Zwickau unterwegs sein. Einen Knackpunkt hat das neue Programm allerdings. "Uns geht unterwegs natürlich der emotionale Faktor verloren, aber auch Gerüche und optische Reize", sagt Dittmann. Diese Defizite versuchen sie wenigstens ein bisschen mit authentischen Exponaten auszugleichen. Ohnehin wird das Mobile Museum nicht täglich auf Tour sein. "Wir sind auch in die Konzeptplanung für die neue Ausstellung involviert", sagt Dittmann. Daher bleiben in der Regel voraussichtlich lediglich zwei Tage pro Woche für das mobile Angebot.


AlleskommtvomBergwerkher

Schwibbögen gehören zu Weihnachten. Ganz klar. Aber was haben sie mit dem Bergbau zu tun? Das bekommen die Kinder von den Museumspädagogen erklärt. "Wir lassen die Schüler allerdings auch einige Erklärungen auch selbst herleiten. Das ist etwas detektivmäßig", sagt Museumspädagogin Marion Dittmann. Die Schüler können aus diesem Modul etwas mit nach Hause mitnehmen, denn es können kleine Schwibbögen gebaut oder mit einem Bastelbogen das spezielle Habit der Bergleute des Lugau-Oelsnitzer Reviers gestaltet werden.

Das Projekt ist geeignet für Deutsch, Sachkunde und Ethik an Grundschulen.


Steine erzählen Geschichten

Fossile Abdrücke und ein ungewöhnlicher Zeitstrahl - das sind die Utensilien für eine Zeitreise ins Leben vor 300 Millionen Jahren. "Wir zeigen ein kleines theatrales Stück zur Entstehung von Kohle", ergänzt Museumspädagogin Marion Dittmann. Die jüngeren Schüler können in diesem Modul eigene Abdrücke von Fossilien machen. Die älteren Schüler können ihr erworbenes Wissen in einem Lückentext testen. "Den zweiten Teil des Textes trennen wir ab", sagt Dittmann. "Das ist ein Anreiz für einen Museumsbesuch."

Das Projekt ist geeignet für Grundschulen und den Geografieunterricht an weiterführenden Schulen.


Ausgekohlt?!

Der Steinkohlenbergbau ist in Deutschland endgültig beendet. Das Modul "Ausgekohlt?!" ist durchaus provokant zu verstehen. "Schließlich geht die Kohleförderung weltweit weiter", sagt Museumspädagogin Marion Dittmann. "Wir trauen uns durchaus zu, eine ethische Debatte zu führen." In dem Modul sollen Vorurteile abgebaut und die Auswirkungen auf Gesellschaft, Natur und Wirtschaft in Gruppen erarbeitet werden. Die Teilnehmer schreiben zudem für die Steinkohle ein Bewerbungsschreiben an das Energieministerium.

Das Projekt ist für den Unterricht an weiterführenden Schulen in Geografie, Ethik und Deutsch geeignet.


Lohntag im Schacht

Hauptsache, die Kohle stimmt - das mag sich mancher Kumpel nach harter Arbeit am Zahltag gedacht haben. Das Modul beschäftigt sich also mit Geld. Was haben Bergleute eigentlich verdient? Was konnten sie für ihren Lohn kaufen? Was ist eine zweite Lohntüte? Während jüngere Schüler interaktiv, spielerisch an dieses Thema herangeführt werden, steht für die älteren Quellenarbeit auf dem Programm. "Wir verwenden echte Lohnbücher und andere Originalobjekte", sagt Museumspädagogin Marion Dittmann.

Das Projekt ist für Grundschulen und weiterführende Klassen in Geschichts- stunden gleichermaßen geeignet.

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