Musikalisches Erbe wirkt fort

Hans Hinkel war einer der bekanntesten Pädagogen in der Region. Als Musiklehrer und Chorleiter schrieb er Geschichte. Seine Schüler liebten ihn. Die Stiftung, die seinen Namen trägt, zeichnet seit 2007 junge Erzgebirger aus.

Annaberg-Buchholz.

Johannes Klemm aus Wolkenstein, Annika Matthes aus Neuhausen und Wiebke Mehnert aus Jöhstadt haben vor wenigen Tagen einen besonderen Preis bekommen. Ulrich Paul Hinkel, Vorstandsvorsitzender der Hans-Hinkel-Stiftung, überreichte den drei Musikschülern in der Mauersberger Aula der Evangelischen Schulgemeinschaft Erzgebirge in Annaberg während des Volksliedersingens einen Förderpreis. Die Teilnehmer am Landeswettbewerb "Jugend musiziert" bekamen je eine der zehn Auszeichnungen in diesem Jahr. Insgesamt reichte die Stiftung dafür 1500 Euro Preisgeld aus.

"Wir schätzen die musikalischen Begabungen von jungen Erzgebirgern und möchten den enormen Fleiß beim Üben an den Instrumenten belohnen", erklärte Hinkel. Klavierschüler Johannes Klemm und auch die Flötistin Annika Matthes freuten sich sehr über die besondere Ehrung. "Wir hätten außerdem nie erwartet, dass der Chorgesang, den wir hier erlebten, so gut klingt", sagen sie übereinstimmend.

Das Volksliedersingen des ehemaligen Hinkel-Chores in der Region findet, diesmal unter der Leitung von Friedemann Schulz, mindestens einmal im Jahr statt. Ehemalige Choristen singen Wander-, Volks- und Heimatlieder. Das Wunschliedprogramm legen die Sänger selbst fest. Der Klang lässt die gute Schule noch immer spüren. "Hans Hinkel war ein großer Musikpädagoge", schwärmt Dietmar Meyer. Der ehemalige Chorsänger ist dank seines fähigen Lehrers selbst Musikpädagoge geworden. "Die Musik hat mich seitdem im Griff und ist mein Leben", sagt er.

Damit die musische Prägung der Erzgebirgsregion nicht verloren geht, hat sich die Hans-Hinkel-Stiftung zum Ziel gesetzt, die musikalische Erziehung von jungen Leuten im Erzgebirge zu fördern und die Freude am Singen und Musizieren auf den unterschiedlichen Ebenen zu erhalten. So habe die Stiftung in diesem Jahr auch eine Tuba-Reparatur für das Jugendblasorchester in Thum unterstützt, informiert Vorstandsmitglied Friedemann Schulz.

"Wir suchen immer wieder musikalische Projekte unterschiedlicher Art im Annaberger Raum", erklärt Ulrich Paul Hinkel. Das können musikpädagogische Ideen in Kindergärten, Schulen oder Kirchen sein. Auch Initiativen von Familien, Vereinen oder Veranstaltungen könne die Stiftung fördern. "Wir möchten dazu beitragen, dass die Erzgebirger weiter als fähige und fröhliche Sänger und Musiker in der Öffentlichkeit wahrgenommen und auch geachtet werden", sagt er.

Hans Hinkel wurde 1920 in Crottendorf geboren. 1947 wurde er Lehrer am Gymnasium Annaberg, an dem er ein Schülerorchester und einen Chor gründete. Dieser entwickelte sich prächtig. Laut Stiftung war der Chor sogar bei Staatsakten in Berlin begehrt, absolvierte rund 70 Auftritte pro Jahr. 1952 errang Hinkel mit seinem Chor den 1. Platz im DDR-weiten Wettbewerb aller 11.000 Chöre. 1968 bekam er wegen Konflikten mit der SED Berufsverbot, nach der Wende erfolgte die berufliche Rehabilitation. 1995 erhielt Hinkel das Bundesverdienstkreuz. Er starb im Jahr 2002. Die Stiftung, die seinen Namen trägt, wurde 2007 gegründet. (mit urm)

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