Nach drei Jahrzehnten Leerstand naht der Abriss

Im Fall der Grießbacher Investruine macht der Gemeinderat Drebach Nägel mit Köpfen. Jedoch wird der lang ersehnte Schritt teurer als geplant.

Grießbach.

Es sieht so aus, als würde die scheinbar unendliche Geschichte der Grießbacher Investruine nun doch einen Abschluss finden. Der Drebacher Gemeinderat läutete in seiner jüngsten Sitzung das letzte Kapitel ein, indem er den Auftrag für den Abriss des Rohbaus beschloss, der noch zu DDR-Zeiten als Lehrlingswohnheim errichtet wurde. Ziemlich genau drei Jahrzehnte nach der Fertigstellung soll das nie genutzte Gebäude nun von der Bildfläche verschwinden. Der Beginn der Arbeiten, die auch den Abriss eines Wohnhauses im Ortsteil Spinnerei umfassen, ist für November geplant.

"Seit der Wende fristet das Objekt ein Dasein als Rohbau. Wir brauchen nicht mehr darüber nachzudenken, ob sich ein Investor dafür findet", sagte Verwaltungsmitarbeiter Thomas Berger dem Gemeinderat. Ihm zufolge werden mit dem Abbruch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen, denn "es verschwindet nicht nur ein Schandfleck, sondern auch eine Gefahrenquelle". Verantwortlich dafür wird eine Baufirma aus Burgstädt sein, mit der die Gemeinde bereits bei Projekten auf dem ehemaligen DKK-Gelände positive Erfahrungen gemacht habe. Mit dem Kostenangebot von knapp 182.500 Euro blieb das Unternehmen zwar weit unter dem teuersten der sieben Bieter (313.200 Euro). Dennoch muss die Kommune für den Abriss mehr bezahlen als ursprünglich geplant.

"Der Haushaltsansatz war ein ganzes Stück geringer", so Berger. Als Grund für die höheren Kosten, die anderweitig gedeckt werden müssen, nannte er bestimmte Schadstoffe. Speziell Arsen, aber auch andere Schwermetalle seien vor Ort nachgewiesen worden. Von deren Existenz habe bei der ersten Kostenschätzung niemand gewusst, da zu diesem Zeitpunkt keine Untersuchungen von Boden- oder Betonproben vorlagen. "Trotzdem können wir mit dem Angebot der Firma zufrieden sein", so Berger. Unterdessen wies Bürgermeister Jens Haustein ausdrücklich darauf hin, den Nachweis der Schadstoffe nicht überzubewerten: "Das heißt nicht, dass davon eine direkte Gefahr für die Gesundheit ausgeht." Es habe vor allem Einfluss auf die Entsorgung des Materials, das beispielsweise als Unterbau für Straßen infrage kommt.

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3Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.

  • 4
    3
    Zeitungss
    14.09.2019

    @Hinterfragt: Das würde Kosten verursachen, welche z Z. durch wichtigere Aufgaben nicht zu stemmen sind.

  • 2
    6
    Interessierte
    14.09.2019

    Vielleicht wollen die das nicht ?

  • 9
    7
    Hinterfragt
    14.09.2019

    Warum macht man daraus kein Obdachlosenheim???



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