Nächster Schritt zu neuem Wohngebiet

Gornauer Gemeinderat positioniert sich zu umstrittener Forderung

Gornau.

Auf dem Weg zu einem neuen Wohngebiet ist Gornau einen Schritt weiter. In seiner jüngsten Sitzung hat der Gemeinderat die Anregungen beteiligter Träger zu dem Vorhaben abgewogen und entsprechende Änderungen in die Ergänzungssatzung "Am Steinberg 1" aufgenommen. An der gleichnamigen Straße soll eine rund 4300 Quadratmeter große Ackerfläche erschlossen werden, die Platz für etwa fünf Eigenheime bietet.

In der Satzung positioniert sich die Gemeinde auch zu der umstrittenen Empfehlung der Landesdirektion, den seit 1993 rechtskräftigen, aber bislang nicht umgesetzten Bebauungsplan "Sonnenblick" im Ortsteil Witzschdorf aufzuheben. Die Landesdirektion sieht dringenden Handlungsbedarf. Denn die Gemeinde muss im Hinblick auf die vorhandenen und zum Teil noch nicht ausgelasteten Wohngebiete sowie weiterer potenziellen Möglichkeiten der Innenentwicklung nachweisen, dass der Bedarf für die Eigenentwicklung nicht überschritten wird. So sieht es der Landesentwicklungsplan von 2013 vor.


Entgegen der Empfehlung der Landesdirektion entschied der Gemeinderat jedoch, den Bebauungsplan "Sonnenblick" nicht aufzuheben. Der Eigentümer habe bei der Beratung mit am Tisch gesessen und Interesse bekundet, das Baugebiet zu vermarkten, begründet Bürgermeister Nico Wollnitzke (CDU) auf Nachfrage. Zudem könnten auf die Kommune für den Fall der Aufhebung Regressforderungen für Auslagen zukommen, die dem Eigentümer bislang entstanden sind - etwa für die Grundstücksvermessung.

Trotzdem hofft Nico Wollnitzke, dass das neue Wohngebiet am Steinberg genehmigt wird: "Zwischenzeitlich ist ja auch in Gornau das ,Storchennest' entstanden - trotz des Bebauungsplanes in Witzschdorf."

Schon im Juli hatte der Gemeinderat einen Beschluss zum "Sonnenblick" ausgesetzt. Nicht zuletzt wegen eines Brandbriefes des einstigen Witzschdorfer Bürgermeisters und späteren Verwaltungsverbandsleiters Eckhard Börner. Der Ruheständler hatte sich in der Bürgerfragestunde zu Wort gemeldet und dafür geworben, das Baugebiet nicht ohne Not aufzugeben. Zunächst solle das Gespräch mit dem privaten Eigentümer und dem Innenministerium gesucht werden, forderte Börner.

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