Nasskaltes Wetter nimmt Zschopauer Herbstfest Wind aus den Segeln

Aufgrund der Witterung konnten die Zschopauer Händler am Samstag weniger Besucher begrüßen als erhofft. Etwas mehr Glück hatten die Musiker und die Läufer.

Zschopau.

Kurz vor dem Wochenende hatte sich Robert Hähnel zu einer Rundmail gezwungen gesehen. "Entgegen der Gerüchteküche: Das Herbstfest findet statt", ließ der Vorsitzende des Gewerbevereins "Unser Zschopau" verlauten. Eine Entscheidung, die er auch am Samstagabend - völlig durchnässt - nicht bereute. Obwohl der Regen an diesem Tag einfach kein Ende nehmen wollte, schaute so manche Familie aus Zschopau und Umgebung vorbei.

"Gefühlt war es nur ein Viertel des sonstigen Besucherandrangs", so Hähnel. Doch angesichts einstelliger Temperaturen und der Nässe konnten er und andere Gewerbetreibende mit der Resonanz gut leben: "Es ist nun mal Herbst, und verkauft haben wir trotzdem einiges." Außerdem ergaben sich längere Gespräche. Statt bei Sonne durch die Straßen zu schlendern, verharrten Besucher diesmal länger an den Ständen. Dort waren sie ja im Trockenen. Entweder unter Pavillons - oder in Räumen der Gewerbetreibenden, in denen Handwerker "Zuflucht" gefunden hatten. Zwar fiel der Flohmarkt buchstäblich ins Wasser. Doch von den 30 auswärtigen Händlern trotzten zwei Drittel dem Wetter. Vor ihnen hatte Hähnel ebenso Respekt wie vor den Besuchern: "Das war der harte Kern, der weiß, welche Mühen hinter so einem Fest stecken."

Obwohl das Weinfest der Stadt auf den 3. Oktober verschoben worden war, flossen edle Getränke. Gegen die Kälte war auf dem Markt kurzfristig Glühwein organisiert worden. An gleicher Stelle hatte abends zuvor die Fete de la Musique die Seele erwärmt. Mehr als 150 Besucher erlebten vier Bands, die mit dem Wetter ebenso viel Glück hatten wie die Veranstalter des 21. Burgen- und Landschaftslaufes. Der ging am Sonntagvormittag ohne Niederschlag über die Bühne, lockte aber trotzdem nur knapp 80 Teilnehmer an. "Wir hatten auf eine dreistellige Zahl gehofft", sagt Günter Roscher vom TSV Zschopau.


"Es geht auch darum, die lokalen Händler zu unterstützen"

Puppet Strings (Sänger aus München): "Im Vorfeld hatte ich mir auch Sorgen um das Wetter gemacht. Aber hinterher muss ich sagen, die Fete de la Musique hier in Zschopau war megageil. Vorsicht ist eben manchmal die falsche Einstellung. Man muss es einfach machen. Das Schöne war einerseits die Vielfalt der Musik. Außerdem lernt man dadurch auch andere Musiker kennen und vernetzt sich."

Nelly Sawiaczinski (Stoffwindelberaterin aus Großolbersdorf): "Ich und meine Bekannte Kristiana Franzke, die eine Beratung über Tragetücher und Tragehilfen für Babys anbietet, waren jetzt zum dritten Mal hier in Zschopau. Trotz des schlechten Wetters war die Nachfrage fast größer als in den Jahren zuvor. Die Besucher haben sich diesmal mehr Zeit genommen, um etwas zu erfahren."

Maria Kühn (Besucherin aus Krumhermersdorf): "Auch wenn es regnet, müssen wir mit den Kindern ja mal raus. Und weil das Parkfest zuletzt so schön war und auch die Herbstfeste der vergangenen Jahre sehr interessant waren, sind wir hergekommen. Es geht auch darum, die lokalen Händler zu unterstützen. Toll, dass das Fest über die Bühne ging."

Patrick Hartmann (Hobby-Läufer aus Hopfgarten): "Nach längerer Pause wollte ich den Burgen- und Landschaftslauf jetzt mal wieder als lockere Trainingseinheit mit zwei Freunden nutzen. Man kann es ja ganz entspannt angehen, weil es kein Wettkampf ist. Zugleich ist es für mich eine Vorbereitung auf den ,Red Bull 400' - ein Extremlauf an der Skisprungschanze im österreichischen Bischofshofen, der hoffentlich kommenden Samstag stattfindet." (anr)

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