Neuer Karnevalschef rührt Werbetrommel für Verein

Führungswechsel beim Venusberger Carnevals-Verein: Sebastian Weber hat den Vorsitz übernommen. Auf Erfahrung und einen großen Fundus kann er zurückgreifen. Aber Nachwuchs in den eigenen Reihen würde er gern noch mehr sehen.

Venusberg.

Der ideale Kandidat oder die Kandidatin bringt "gute Laune, Kreativität und ein bissl Zeit" mit, so beschreibt es Sebastian Weber. Der 27-Jährige hat gerade zusammen mit seinem Stellvertreter Frank Melzer den Vorsitz im Venusberger Carnevals-Verein (VCV) übernommen und wünscht sich mehr Mitstreiter. "Uns fehlt eine ganze Generation", sagt er - vor allem von Mitte 30 bis Ende 40. Im Gegenzug biete der Verein einen guten Grund, sich regelmäßig zu treffen und die Chance, neue Freundschaften zu schließen. Auf die 45 Mitglieder des Vereins und ihre langjährige Erfahrung ist Verlass. Also laute sein Motto: "Wir lassen alles anders."

Auch die zum Verein gehörende Funkengarde soll wachsen. "Nachwuchs kann man nie genug haben", sagt Johanna Weber. Deswegen trainieren die großen Funken seit diesem Jahr nicht nur sich selbst, sondern auch die kleinen. Die Jüngsten sind derzeit im Grundschulalter. Die 20-Jährige und ihre Freundin Melanie Drechsler haben selbst im Kindergarten angefangen, erinnern sie sich. Nun trainieren sie ihre Tänze zweimal wöchentlich und werten sie per Video aus, um besser zu werden. "Das ist kein Muss für mich, sondern eine Möglichkeit, abzuschalten und sich auszupowern", erklärt Drechsler. Vor allem mache es Spaß, so die 21-Jährige. Die Ergebnisse des Trainings gibt es beim Kappenball und zu den Faschingsveranstaltungen zu sehen. Die Funkengarde tritt aber auch mit Showtänzen bei Geburtstagen, Bad- und Feuerwehrfesten auf.

Auch außerhalb der Saison trifft sich der Verein regelmäßig, sucht Ideen und arbeitet in Gruppen an Sketchen und Requisiten. Davon haben die Venusberger Karnevalisten mittlerweile eine stattliche Menge angehäuft, die von vergangenen Festen erzählt: In einem leerstehenden Gebäude in der Nähe des Gasthofs lagern in Regalen und Schränken die aufwendigen, selbst gebauten Utensilien und Verkleidungen. Schnatterinchens Kopf liegt da, ein Hai, dessen Unterkiefer mit Schnüren bewegt werden kann, ein rosa Cadillac und der Bob vom vorigen Fasching. Sich nach all der Zeit - den Verein gibt es seit 33 Jahren - noch etwas Neues einfallen zu lassen, ist gar nicht so einfach, erzählt Sebastian Weber. Zu vielen vermeintlich neuen Ideen heiße es dann von den älteren Mitgliedern: "Das hatten wir alles schon." Weber, der selbst "schon immer" beim Fasching dabei war, könne sich aber der Unterstützung sicher sein, auch durch den ehemaligen Vorsitzenden Jörg Görner, der sein Amt aus beruflichen Gründen abgeben musste.

Den Karneval im Dorf aussterben lassen wollen sie schließlich alle nicht: "Das hat einfach Tradition hier", sagt er. 2019 steht bereits der 25. Rosenmontagsumzug an. Dann gibt es ihn in Venusberg fast so lange, wie sich der Vereinschef erinnern kann.

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