Neustart in Grundschulen und Kitas

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Es geht los: Seit dem gestrigen Montag haben die sächsischen Bildungseinrichtungen und Kindertagesstätten wieder geöffnet. Wie lief der erste Tag, wie war die Stimmung?

Zschopau/Olbernhau.

Manche Gruppen- oder Klassenkameraden haben sich längere Zeit nicht mehr gesehen. Das hat sich am gestrigen Montag geändert, denn Grundschulen und Kindertagesstätten haben in Sachsen wieder geöffnet. Dieses Angebot haben die meisten Schüler und Eltern im mittleren Erzgebirge gleichermaßen mit Erleichterung aufgenommen.

"Zusammen kann man besser lernen", sagt der siebenjährige Maximilian. Zwar hatte der Erstklässler der Grundschule Großolbersdorf während der Notbetreuung mit Tipps von Lehrern seine Aufgaben gelöst, doch fehlten ihm seine Freunde. "In den ersten Wochen war er der einzige aus seiner Klasse", berichtet seine Mutter Claudia Fröhlich, die sich nicht ganz so sehr ums Homeschooling kümmern musste. Und doch ist sie froh, dass wieder der normale Unterricht läuft: "Max war zuletzt schon etwas unausgeglichen, denn immer nur allein zu spielen, ist blöd. Er will seine Kumpels wiedersehen." Am Montag war es soweit, und jeder hatte einen Po-Rutscher dabei, denn als Ersatz für den Sportunterricht gab es einen Ausflug zum Rodelhang.

Mit Vollgas ging es auch in der christlichen Kindertageseinrichtung "Klein und Groß" in Zschopau einen kleinen Hang hinab. "Allen Kindern war die Begeisterung anzumerken", berichtet Leiterin Janet Rößler-Drechsel. Froh darüber, dass zumindest in den eingeschränkten Regelbetrieb zurückgekehrt werden konnte, waren ebenso die Erzieherinnen. Auch wenn es immer noch viele Regeln zu beachten gilt, wie Janet Rößler-Drechsel betont. So bleiben die Kinder und Betreuer der drei Gruppen strikt getrennt.

Lüftung, Abstandsregeln, Masken und Desinfektion spielen weiter eine wichtige Rolle. "Das klappt, weil die Eltern so gut mitziehen", bilanziert die Leiterin nach dem ersten Tag. Maskenpflicht und Wartezeiten vor der Garderobe nehmen Mütter wie Denise Schaarschmidt gern in Kauf. "Unsere Tochter hatte schon jeden Tag gefragt, wann sie ihre Freunde wiedertreffen kann. Die hat sie jetzt wieder - und ihren Rhythmus", sagt die Zschopauerin und ergänzt: "Auch für uns Eltern wird jetzt vieles einfacher." Weil sie keinen Anspruch auf Notbetreuung hatte, mussten die Arbeitszeiten immer genau eingeteilt werden.

Dass die Kinder gern wieder in die Schule wollen, sei auch in Gornau zu spüren gewesen. "Von insgesamt 152 Schülern waren 144 da. Einer war krank gemeldet, sieben sind von ihren Eltern nicht in die Schule geschickt worden", sagt die Leiterin der Grundschule, Christina Loth. Der erste Unterrichtstag habe gut geklappt. Die Mädchen und Jungen seien sehr motiviert gewesen.

Der Stundenplan sei so an die Hygieneregeln angepasst worden, dass der Unterricht in festen Gruppen mit je einer Lehrkraft stattfinden und das Zusammentreffen mit andern Lerngruppen verhindert werden kann, erläutert die Schulleiterin. "Masken müssen nur außerhalb des Klassenzimmers getragen werden. Die Kinder kommen gut damit klar. Man merkt, dass die Eltern mit ihnen über die Notwendigkeit der Schutzmaßnahmen gesprochen haben", sagt Christina Loth. Ihr Resümee: "Es hat alles gut funktioniert."

"Unser Hygienekonzept müssen wir natürlich regelmäßig überarbeiten. Derzeit ist es so, dass nur je ein Elternteil die Kinder bei uns in der Kita abgeben darf. Die Eltern dürfen in die Einrichtung, aber sie müssen sich die Hände desinfizieren", erläutert Jasmin Müller, Interimsleisterin der Kindertagesstätte "Villa Kunterbunt" in Olbernhau. Nur je zwei Personen dürfen sich demnach zeitgleich in der Garderobe befinden. Kranke Kinder dürfen gar nicht in die Kita.

Die Eltern hätten für die Vorkehrungen alle großes Verständnis gezeigt. Die Auslastung sei am ersten Tag recht gut gewesen. "Wir dachten uns bereits, dass viele das Angebot im eingeschränkten Regelbetrieb wieder nutzen. Die Kinder haben immerhin ihre Freunde vermisst, auch das Spielen und ihre Erzieher." Für einige der Mädchen und Jungen sei es ungewohnt gewesen, wiederzukommen. Hier und da habe es gerade in der Krippe deshalb schon Tränen gegeben. "Für einige war es wie eine neue Eingewöhnung. Wir wollen es langsam angehen, deshalb bitten wir die Eltern, die mittags zu Hause sind, ihre Kinder auch da abzuholen."

An der Johann-Wolfgang-von-Goethe Grundschule Olbernhau gibt es Schulleiter Rico Büschel zufolge dasselbe Hygienekonzept wie auch im Herbst: "Die Schüler kommen morgens auf dem Schulhof an, dann werden sie klassenweise von mir ins Schulhaus gewiesen, sie gehen zu den Garderoben, desinfizieren oder waschen sich die Hände und gehen in den Unterricht. Einen Mund-Nase-Schutz müssen sie tragen, wenn sie nicht in ihrem Klassenzimmer und an ihrem Platz sind."

Den Wiedereinstieg schätzt der Schulleiter als erfolgreich ein. "Unter der Prämisse, dass wir heute auch unseren Neubau in Betrieb genommen haben und die Hortkinder jetzt hier sind, war es aber auch etwas stressig. 140 bis 150 Hortkinder haben nun bei uns Platz. Heute hatten wir auch zum ersten Mal Frühhort." Die meisten Schüler seien in die Schule gekommen. Nur wenige Eltern hätten vom Schulbesuchsrecht ihrer Kinder keinen Gebrauch gemacht.

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