Nicht nur die Zschopauer Historie ins Visier genommen

Mit einer Ausstellung auf Schloss Wildeck werden Besucher auf das baldige Schützenfest eingestimmt. Dank Unterstützung aus Leipzig wird dabei über den Tellerrand der Motorradstadt hinausgeblickt.

Zschopau.

Obwohl das Zschopauer Schloss- und Schützenfest erst am 22. August beginnt und dann drei Tage lang die Besucher begeistern soll, ist ein gewisses Flair schon jetzt zu spüren. Zumindest im Roten Saal von Schloss Wildeck, in dem sich eine besondere Präsentation diesem Thema widmet. "Weil dieses große Fest vor 25 Jahren zum ersten Mal stattfand und damit ein Jubiläum ansteht, gibt es diesmal eine Sonderausstellung", erklärt Christian Vogel, der Leiter des Kultur- und Tourismusbetriebs der Stadt.

Die Organisation wurde dem Zschopauer Schützenverein überlassen, der daraufhin alle Hebel in Bewegung setzte - und sogar ein historisches Feldgeschütz. Als Begrüßung wartet die Kanone nun in der ersten Etage des Schlosses, doch keine Angst: Gezündet wird sie nicht. Nur durch das Zerlegen in seine Einzelteile war ein Transport möglich, was sogar Bernd Köth erstaunt. "Wie sie das wohl geschafft haben", sagt er. Und das will etwas heißen, denn der 64-Jährige ist Kreisschützenmeister von Leipzig und damit Mitglied im Vorstand des Sächsischen Schützenbundes.


Dass Köth das Feldgeschütz schon vor der Eröffnung zu sehen bekam, hat seinen Grund. Weil er den Zschopauer Vereinschef Frieder Meyer bereits länger kennt und viele Sammlerstücke besitzt, griff der Leipziger den Motorradstädtern bei dieser Sonderausstellung gern unter die Arme. Zu sehen sind daher nicht nur Zeitzeugnisse der einheimischen Schützen. Stattdessen wird in mehreren Vitrinen weit über den Tellerrand hinausgeblickt. "Eine Rubrik beschäftigt sich mit der Entwicklung in Sachsen bis 1944", sagt Bernd Köth, der mehrere Bücher und Medaillen aus jener frühen Epoche zur Verfügung stellen konnte.

Im zweiten Abschnitt der Ausstellung gehe es um die Zeit von 1952 bis 1990. Nach der Gründung des Deutschen Schützenverbandes unter dem Dach der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) wurden jedes Jahr FDJ- und Pionier-Pokale vergeben. Auch Kinder- und Jugend-Spartakiaden standen regelmäßig auf dem Programm, wie zahlreiche Wimpel, Urkunden und Trophäen im Schloss zeigen. Auch viele Zeitzeugnisse des bedeutendsten Wettkampfes, der in der DDR ausgetragen wurde, sind dabei. Sogar eine originale Goldmedaille der 44. Weltmeisterschaft, die 1989 Schützen vieler Nationen nach Suhl lockte, ist zu bestaunen. "Ich gehörte damals selbst zum Organisationsteam", sagt Köth, der auch das Maskottchen dabei hat: Fridolin, der Hase. Nicht zu vergessen eine "FF dabei" - eine Illustrierte mit dem damaligen TV- und Hörfunkprogramm. "Das Fernsehen hat damals zum ersten Mal diese Wettbewerbe groß übertragen", betont der Leipziger.

"Viel von dem Material wird bald dauerhaft ausgestellt", sagt Bernd Köth, denn daheim in Leipzig plant er schon bald die Eröffnung des ersten sächsischen Schützenmuseums. Historische Stücke aus Zschopau wird es dabei kaum zu sehen geben, denn die bleiben im Erzgebirge. So wie die Urkunde aus dem Jahr 1525, auf der erstmals von Zschopauer Schützen die Rede ist, und die Zielscheiben längst vergangener Schützenfeste. Anmutend wie bedeutende Gemälde, sind erst beim genauen Hinsehen darauf die Einschüsse der Teilnehmer zu erkennen.

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