Notbetreuung - Stadt entlastet Familien

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Eltern, deren Kinder derzeit eine Tagesstätte in Olbernhau besuchen, müssen nur für die tatsächlich in Anspruch genommenen Stunden Beiträge zahlen. Zwar entgehen der Kommune Einnahmen, doch der Freistaat gewährt einen Ausgleich.

Olbernhau.

Rund jedes sechste Kind befindet sich aktuell in Olbernhau in der Notbetreuung. Damit Mütter und Väter nicht über Gebühr finanziell belastet werden, passt die Stadt die Elternbeiträge an die in Anspruch genommene Betreuungszeit an. Dabei soll die Abrechnung nicht monats-, wochen- oder tageweise, sondern halbstündlich erfolgen. Darauf haben sich jüngst die Olbernhauer Stadträte verständigt.

Die neue Regelung wird zum Stichtag 14. Dezember 2020 angewandt und gilt bis zum Ende der Einschränkungen. Damals mussten die Kindertageseinrichtungen wegen der Corona-Pandemie schließen. Dies betraf auch Hort und Kindertagespflege. Wer sein Kind beispielsweise statt 9 nur 4,25 Stunden betreuen lässt, muss für den betreffenden Tag den halben Beitrag zahlen. Bleibt das Kind den gesamten Tag zuhause, fallen für die Familien keine entsprechenden Kosten an. Die in Anspruch genommenen Stunden werden jeweils von den Einrichtungen erfasst und an die Stadt gemeldet.

Hauptamtsleiter Benjamin Flor erklärte auf Nachfrage, dass die Anzahl der Stunden schwanke. Denn die Familien seien dazu angehalten, die Notbetreuung nur dann in Anspruch zu nehmen, wenn es keine andere Möglichkeit gebe. Wer zum Beispiel in Schichten arbeite, könne sich je nach Arbeitszeit mitunter selbst um seinen Nachwuchs kümmern.

Anders als im Frühjahr setzt die Stadt dieses Mal auf eine Erstattung der Beiträge. Soll heißen: Sie werden zunächst wie gewohnt weiter eingezogen. Nach dem Ende der aktuellen Einschränkungen erfolge die Abrechnung, sagte Benjamin Flor. Einigen Familien falle es schwer, Beiträge im Falle eines zeitweisen Aussetzens später nachzuzahlen, begründete der Hauptamtsleiter die Vorgehensweise. So habe die Stadt im Zuge des ersten Lockdowns teils höhere Außenstände verzeichnet.

Die Stadt erhält für die ausbleibenden Einnahmen aufgrund der geringeren Elternbeiträge vom Freistaat Sachsen einen Ausgleich. Das sei auch schon im Frühjahr der Fall gewesen, so Benjamin Flor. Damals habe Olbernhau für den Zeitraum zwischen Mitte März und Mitte Mai rund 87.000 Euro erhalten.

In den sechs kommunalen Einrichtungen waren zum 3. Februar etwa 100 Kinder in der Notbetreuung. In normalen Zeiten kümmern sich die insgesamt 65 Erzieher um rund 580 Kinder. Nahm der Anteil nach Weihnachten stetig zu, sank er zuletzt. Flor geht davon aus, dass die Ferienzeit maßgeblich dazu beitrug.

Die Notbetreuung kann nur von Eltern in Anspruch genommen werden, die gemäß der Festlegungen des Freistaates Sachsen in systemrelevanten Berufen tätig sind. Dazu zählen unter anderem Ärzte, Krankenpfleger, Apotheker, Polizisten und Bestatter. Die Kinder aller anderer Familien müssen zuhause betreut werden. Für sie fallen keine Beiträge an.

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