Offenbar verursachen Luftballons Aufregung

Lengefelder hat Erklärung für mysteriöse Lichtpunkte am Samstag-Nachthimmel

Pockau-Lengefeld.

Die Spekulationen über unheimliche Flugobjekte am Nachthimmel über Pockau hatten offenbar doch eine ganz simple Erklärung. Samstagnacht hatten Pockauer gegen 21.50 Uhr etwa 20 bis 30 Flugobjekte erblickt, die blinkend "schneller als ein Verkehrsflugzeug" von West nach Ost am Firmament entlang zogen. Da sei die Frage aufgekommen: Handelt es sich um Tarnkappenflugzeuge?

Egon Lerchner aus Lengefeld winkt lachend ab. Er ist sich sicher, die Ursache des Himmelsspektakels zu kennen. So war er am Samstagabend dabei, als an der neuen Kegelanlage eine Lichterkette aus bunten Flugobjekten in den Himmel aufstieg und blinkend Richtung Pockau zog. Er sorgte sich, dass diese auf ein Feld oder in den Wald stürzen könnten. "Bei der Trockenheit eine Riesengefahr", so Lerchner. Die Hobby-Flieger von der Feiergesellschaft hätten jedoch Entwarnung gegeben. Die Lichter in den Luftballons wären kein Kerzenschein, sondern batteriebetrieben. Gefahr würde somit nicht drohen. Und verboten seien diese Art Ballone auch nicht.

So generell könne man dies nicht sagen, teilte Kristina Kelek von der Deutschen Flugsicherung (DFS) mit und verwies auf die Internetseite. Dort seien die Anforderungen für den Aufstieg von (Luft-)Ballons einsehbar. Eine Freigabe, die bei der DFS beantragt werden muss, sei erforderlich, wenn der Aufstieg in unmittelbarer Umgebung von Verkehrs- und Regionalflugplätzen erfolgen soll. Ohne Chance auf Genehmigung wären auch Luftballons, die "mit Wunderkerzen, Leuchtstäben, Knicklichtern, LEDs oder ähnlichen harten Gegenständen" bestückt sind. Es müsse sichergestellt werden, "dass ein aufsteigender Ballon an beziehungsweise in einem Triebwerk einer Verkehrsmaschine keinerlei Beschädigungen verursacht".

Gestern hat auch die Bundeswehr auf einen Anfrage der "Freien Presse" vom Sonntag geantwortet. Oberfähnrich Kai Stobbe, Sprecher des Luftfahrtamtes, teilte mit, dass die Auswertung der Radar- und Flugplandaten für den betreffenden Samstag zwischen 21 und 23 Uhr "keinen militärischen Flugbetrieb über dem Bereich Pockau" ergaben.

Gesetzlichkeitenzu Ballonstarts finden Sie unter bnl.dfs.de/airspaceservice/home.jsp

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