Oktober bleibt eher ruhig

Wie sah der Monat in Dittersdorf und Olbernhau aus? Die Hobbymeteorologen Jens Weißbach und Dirk Christoph haben ihre Beobachtungen dokumentiert.

Olbernhau/Dittersdorf.

Der Hundertjährige Kalender hat einen kalten Oktober mit Schnee zur Monatsmitte prophezeit. Im Prinzip ist dies möglich, aber dieses Jahr völlig an der Realität vorbei. Etwas allerdings fiel sofort auf, weil viel zu wenig vorhanden: der Sonnenschein. Mit nur 60 Prozent der üblichen Sonnenscheindauer wollte das Flair eines sprichwörtlich goldenen Oktober in Olbernhau nur sehr selten aufkommen. Am ehesten gelang das noch am Monatsanfang.

Mit zunehmendem Verlauf übernahmen mehr und mehr dicke Regenwolken die Regie. Diese verhinderten allerdings auch eine zu große nächtliche Auskühlung. Lediglich am 11. und 12. Oktober rutschte das Quecksilber mit minus 0,2 beziehungsweise 0,3 Grad Celsius am Morgen minimal in den Frostbereich.

Niederschlag fiel reichlich. Den dritten Monat in Folge überquerte ein Vb-Tief die Region, also eines, das für reichlich Regen in kurzer Zeit berüchtigt ist. Mit einer anderen Wetterkonstellation, nämlich einem Hoch über Südosteuropa und einem Tief über den Britischen Inseln, strömte mit Beginn der dritten Woche sehr milde Luft aus dem Südwesten in Richtung Olbernhau. Nach tagelang recht kühlen Tageshöchsttemperaturen im einstelligen Bereich standen am 22. plötzlich 20 Grad auf dem Thermometer. Mit purem Sonnenschein war dies aber nicht verbunden.

Auch in Dittersdorf regnete es reichlich, und der Oktober konnte das Niederschlagsdefizit der langen Trockenperiode verringern: Es fiel mehr als das Doppelte der durchschnittlichen Menge. Allein am 14. regnete es während des Tiefdruckgebietes "Gisela" mehr als 48 Liter pro Quadratmeter. Aber auch an weiteren 18 Tagen tröpfelte es mehr oder wenig fleißig vom Himmel.

Vom "goldenen Oktober" war in Dittersdorf ebenso wenig wie in Olbernhau zu spüren. Erst um den 22. herum wurde es noch einmal sehr mild und sonnig. Am 11. Oktober gab es den ersten Luftfrost. In einer Höhe von zwei Metern über dem Erdboden herrschten damit weniger als 0 Grad Celsius. Der Oktober war, außer der Tatsache, dass es wieder einmal ausreichend regnete, ein meteorologisch eher ruhiger Monat.

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