Oldtimertreffen bietet Raritäten die passende Bühne

Historische Fahrzeuge sind am alten MZ-Werk in Zschopau zu erleben gewesen. Es waren zwar nicht ganz so viele Teilnehmer da wie erhofft, dafür aber seltene Exemplare.

Zschopau.

Etwas mehr Andrang hatte sich Frank Seelig schon gewünscht. "Am Samstag waren rund 300 Leute da", sagt der Chemnitzer, der zusammen mit Wolfgang Linke an diesem Wochenende ein Oldtimer- und Bikertreffen auf dem Parkplatz am ehemaligen MZ-Werk organisierte. Auch am Sonntag wurden die Erwartungen bei der dritten Auflage dieser Veranstaltung nicht ganz erfüllt, was aber keineswegs bedeutet, dass diejenigen vor Ort ihr Kommen bereuten.

So herrschte auf dem Teilemarkt reges Treiben. Einer der Händler, die Stände aufgebaut hatten, war Andreas Jüngling. "Anfangs bin ich nur zu solchen Veranstaltungen gefahren, um mir selbst etwas zu besorgen", sagt der Krumhermersdorfer, der als Vorsitzender des MSV MZ-Stadt Zschopau einen engen Bezug zum Motorsport hat. Fündig wurde er beispielsweise beim Wintertreffen in Augustusburg. Neben Metallteilen stieß er dabei auch die Idee, "eigene Teile zu verkaufen, die wir im Verein nicht brauchen". Altbestände gebe es genügend - zum Teil sogar noch aus DDR-Zeiten, als Jüngling für die Betriebsberufsschule des Motorradwerkes Zschopau zum Motorrad-Mehrkampf antrat. Neben einer Geländefahrt gehörten dazu das Schießen sowie das Kegelwerfen. "Wer kürzer als 45 Meter warf, bekam Strafrunden aufgebrummt", erzählt Jüngling, der beim Teilemarkt neben Schrauben und Federn auch solche Geschichten am alten MZ-Werk an den Mann brachte.

Viel zu erzählen hatte auch Volkmar Böhme. Dabei drehte es sich meistens um sein knallrotes Gefährt, denn der 66-jährige Scharfensteiner gehörte zu den Teilnehmern des Oldtimertreffens und hatte dabei ein äußerst seltenes Exemplar der P-2-Feuerwehr zu bieten. "P steht für Projekt", erklärt der Scharfensteiner. Genau gesagt war es ein militärisches Projekt im Jahr 1958 gewesen, für das in Karl-Marx-Stadt drei Versuchsfahrzeuge gebaut wurden", so Böhme. Eins ist mittlerweile verschollen, das andere zu einem seriennahen Viertürer zurückgebaut worden. Den einzigen P-2, der sich bis auf Plane und Sitze noch im Originalzustand befindet, entdeckte ein Arbeitskollege des Scharfensteiners 1998 in einer Scheune. "Als ich davon hörte, habe ich noch am selben Tag zugegriffen", berichtet Böhme, der seither mit dem alten Feuerwehrfahrzeug an vielen Oldtimertreffen teilgenommen hat.

"Inzwischen sind mir die kleinen Veranstaltungen lieber als die großen. Da ist es gemütlicher, und auch die Preise sind noch vernünftig", sagt Böhme, der damit indirekt auch Frank Seelig und Wolfgang Linke ein Lob für die Organisation aussprachen. Die Veranstalter kündigten bereits für Ostern 2020 das nächste Treffen in Zschopau an.

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