Per Klick direkt in die Ausstellung

Mit einem Internet- Angebot reagieren die "Sehenswerten Drei" auf die Corona-Krise. Auch auf Burg Scharfenstein sind nun digitale Besuche möglich - bei einem alten Bekannten.

Scharfenstein.

Eine vor allem bei Kindern beliebte Fernsehfigur sollte eigentlich bereits seit Ende März Besucher auf die Burg Scharfenstein locken. Die Sonderausstellung "Unser Sandmännchen - Deutschlands beliebter TV-Star" konnte aufgrund der aktuellen Corona-Krise noch nicht eröffnet werden. Ebenso sind die anderen beiden Schlösser der "Sehenswerten Drei" seit Wochen geschlossen, in denen derzeit ebenfalls interessante Präsentationen vor sich hin schlummern. "Ausgetrickst - Die spektakuläre Illusionen-Ausstellung" in Augustusburg sowie "Planetenwelten - Eine Reise durch das Sonnensystem" sind nun aber trotzdem zu erleben, genau wie das Sandmännchen. Und zwar dank eines neuen Angebots bei sogenannten Webinaren im Internet.

Diese Seminare wurden für ein breites Publikum kreiert. Zwar richten sich die Lehrerfortbildungen, die den Bezug von Ausstellungen zum Unterricht aufzeigen, nur an eine bestimmte Zielgruppe. Doch die virtuellen Rundgänge durch Schloss Augustusburg sowie die Präsentationen der Sonderschauen sollen Vertreter aller Generationen vor die heimischen Bildschirme locken.

"Das Angebot ist vor allem für Familien gedacht. Man kann sich auf einfache Weise vorher anmelden und erlebt dann viele interessante Bilder und dazu die Ausführungen unser Museumspädagogen, die alles live erklären und koordinieren", erklärt Maria Schade vom Marketing. Meistens beginnt der virtuelle Besuch der Schlösser 17 Uhr und dauert etwa 30 Minuten. "Die Teilnehmer hören dabei nicht nur zu. Eine Chatfunktion macht das Ganze lebendig", betont Maria Schade.

Kommentare und Fragen sind während der Webinare erwünscht. Schließlich soll das digitale Angebot nicht nur Informationen vermitteln. Es soll realen Besuchen auf den Schlössern deutlich näherkommen, und dazu gehören auch Gespräche. Im Fall der Augustusburger Ausstellung ist die Interaktion sogar fester Bestandteil, denn Teilnehmer sollen beantworten, was sie bei einer optischen Täuschung gerade wahrnehmen.

Auch das Sandmännchen auf der Burg Scharfenstein dürfte vor allem bei Kindern Neugierde wecken - im Fall der älteren Generation dagegen wohl eher Erinnerungen. Denn insgesamt gab es bereits rund 20.000 Folgen, in denen der kleine bärtige Mann 255 Fortbewegungsmittel verwendete. Einige davon, wie eine Raumkapsel, ein Fischkutter und eine Art Seifenkiste, sind nun auf der Burg zu sehen. "Aber es geht auch um die Geschichte", sagt Maria Schade, die damit nicht nur die Auftritte im Fernsehen meint. Schon vor der TV-Epoche spielte der Sandmann eine Rolle, damals jedoch nicht als Held, sondern eher als Schreckfigur.

Nicht alle Geheimnisse und Bilder werden in den Webinaren preisgegeben, denn natürlich hoffen die Gastgeber, die Besucher bald in den echten Ausstellungen vor Ort begrüßen zu können. Nach aktuellem Stand sei von einer Wiederöffnung am 4. Mai auszugehen. Doch aufgrund der Corona-Pandemie bleiben Fragezeichen. Mit den Webinaren hat die Krise in gewisser Weise aber auch einen positiven Aspekt. "Wir waren ohnehin dabei, unser Bildungsprogramm zu digitalisieren. Durch Corona wurde dieser Prozess beschleunigt", erklärt Geschäftsführerin Patrizia Meyn. Teile der Webinare, die vorerst bis zum 2. Mai terminiert sind, sowie Kurzpräsentationen sollen künftig ständig im Internet abrufbar sein.

www.die-sehenswerten-drei.de

Coronavirus: Unser Angebot zur Lage in Sachsen, Deutschland und der Welt

0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.