Porsche gibt Gas beim Umzug

Die zwei neuen Hallen am Werkzeugbau Schwarzenberg stehen. Was sich derzeit im Inneren tut, ist nicht für jedermann sichtbar, aber dennoch sehenswert. Künftig werden dort keine Späne mehr fallen.

Schwarzenberg.

Um zwei große neue Hallen ist der Porsche-Werkzeugbau in Schwarzenberg erweitert worden. Allein um den Höhenunterschied im Gelände auszugleichen mussten rund 400 Lkw-Ladungen Erdreich aufgefüllt werden. Von außen passen sich die hellen Fassaden den bereits vorhandenen an. Im Inneren offenbaren die Neuen allerdings einen Aha-Effekt: So hell kann eine Produktionshalle aussehen, in den Firmenfarben weiß, grau und acid-green - zu Deutsch: säuregrün.

Noch wird nicht darin produziert, derzeit nur installiert. Und noch stehen längst nicht alle Maschinen drin, die einmal dort fräsen oder schleifen werden. "Aber Metallspäne werden auch künftig hier nie auf dem Boden liegen", verspricht Konstantin Medler. Der junge Mann ist Assistent der Geschäftsleitung und erläutert bei einem Rundgang für "Freie Presse", was sich in den zurückliegenden Wochen im Inneren getan hat. Die Hallen stehen, der vormals unebene Boden ist ausgeglichen und verfestigt, die riesigen Fundamente für die großen Fräsmaschinen sind gegossen. Die reinen Baukosten für die Erweiterung, inklusive Wegebau, belaufen sich auf zwölf Millionen Euro.


Künftig werden die Lkw, die Rohmaterial anliefern, durch eine Schleuse direkt in die Halle fahren. Dort wird das Material zunächst temperiert und unmittelbar in den Bearbeitungsprozess eingeschleust. "Wir haben die gesamte Logistik der Prozesskette neu durchdacht und strukturiert", erklärt Medler. Neben horizontal verlaufenden Lastkränen und herkömmlichen Hebevorrichtungen werde künftig auch ein fahrerloses Transportsystem (WFT) die Bauteile innerhalb der Hallen bewegen - sensorgesteuert versteht sich. Die alten Gleise für den Transport der Werkzeuge ragen nur wenige Meter in die neuen Hallen rein, um die Weitergabe zu ermöglichen.

Zwei neue Fräszentren (Schlichtmaschinen) werden derzeit aufgestellt und eingerichtet. Ihr Wert: fünf Millionen Euro. Weitere zwei Fräszentren (Schruppmaschinen), für nochmals fünf Millionen Euro seien bereits bestellt. Sie werden Anfang 2020 geliefert. Ihre Fundamente sind schon gegossen. Insgesamt sollen 15 Maschinen in diese neuen Hallen umziehen. "Sie werden momentan oben, in der alten Halle, demontiert und dann umgesetzt. Und das alles bei laufender Produktion", erklärt Medler. Jedoch nicht alle alten Maschinen bleiben am Standort. "Einige davon geben wir auch in unser Werk nach Slowenien, andere wiederum werden verschrottet."

Der Zeitplan für den Umzug ist eng getaktet. Ende des Jahres soll die dann komplett neu strukturierte Produktion anlaufen. Die Meisterbereiche befinden sich künftig mittendrin. Das verkürze Wege und mache bessere Teamarbeit möglich, heißt es. Dafür werden gläserne Büros in den Werkhallen abgetrennt. Von Anfang an, so Medler, seien die Mitarbeiter in die Neugestaltung der Produktionsprozesse eingebunden. "114 Mitarbeiter-Ideen wurden eingereicht. Zwar können nicht alle umgesetzt werden, aber viele davon waren sehr hilfreich, resultieren aus langjährigen Erfahrungen und flossen in die Planungen ein."

Und wie ist das mit den Spänen? Die werden künftig unmittelbar dort, wo sie fallen, abgesaugt und in einen separaten Späneturm, der vor den Hallen steht, geblasen und gesammelt - bis zum Abtransport.

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