Premiere: Holztransport startet am Pockauer Bahnhof

Zum ersten Mal nach dem Umbau der Anlage rollt nun ein Zug mit Baumstämmen nach Bayern. Der Leiter der Erzgebirgsbahn sieht Potenzial im Schienen- güterverkehr.

Pockau-Lengefeld.

Wer sich derzeit auf dem Bahnhof in Pockau-Lengefeld umsieht, dem bietet sich ein ungewöhnliches Bild: Hunderte Holzstämme sind gestapelt, liegen gestapelt links und rechts vom Gleis - bereit zum Transport. Ungewöhnlich, weil die Lkw-Konkurrenz auf den Straßen den Holztransport per Zug längt ausgebremst hatte, so schien es zumindest.

Doch nun wird er wiederbelebt, der Holzverkehr auf den Gleisen. Laut Lutz Mehlhorn, dem Leiter der Erzgebirgsbahn, rollt ein Transport am kommenden Mittwoch Richtung Süden - der erste nach dem Umbau des Pockauer Bahnhofs vor etwa zehn Jahren. Empfänger der Ladung ist ein Sägewerk im bayerischen Landkreis Deggendorf. Die Erzgebirgsbahn ist verantwortlich für einen Teil der Strecke, allerdings nur als Betreiber der Gleise. Das Sägewerk ist ans Schienennetz angeschlossen, produziert unter anderem Pellets, Schnitt- und Bauholz. Wer der Verkäufer ist, dazu will sich dort aber niemand äußern. Auch Menge und Kosten werden nicht preisgegeben. "Betriebsgeheimnis", sagt eine Mitarbeiterin. Und weder Sachsenforst noch Bürgermeister oder Ortsvorsteher sind informiert. Sicher ist nur: Die Züge werden von der Elbe-Weser-Bahn (EVB) zur Verfügung gestellt.

Zwar verkehren die blauen Wagen der EVB normalerweise im Elbe-Weser-Dreieck, es gibt jedoch einen Stützpunkt in Regensburg. Von dort, sagt ein Sprecher, starten hin und wieder Holztransporte nach Thüringen und Tschechien. Aufgrund ihrer logistischen Erfahrungen sei die EVB vom Sägewerk beauftragt worden. Demnach stehen die Waggons am Mittwochmorgen ab 5.30 Uhr bereit. Zwischen 11 und 12 Uhr soll der Zug mit der ersten Ladung nach Bayern fahren. Der Rest folgt am Donnerstag gegen 10 Uhr.

Mehlhorn zufolge war der Pockauer Bahnhof vor Jahren so umgebaut worden, dass solche Aktionen prinzipiell möglich sind. Genutzt hat diese Option bisher aber niemand. "Wir hatten immer wieder dafür geworben", so Mehlhorn, der die Umweltfreundlichkeit des Schienentransports hervorhebt. Züge hätten den Vorteil, dass sie das Vielfache einer Lkw-Ladung schaffen könnten. "Wir hoffen, dass es keine Eintagsfliege bleibt."

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