Reisetagebuch

Norbert Braumüller aus Wolkenstein ist mit dem Interrailpass einen Monat in Europa unterwegs. Hier berichtet er von dem Reiseabenteuer auf Schienen:

(Mittlerweile befindet sich der Autor in Rumänien, d. Red.) Herrmannstadt/Sibiu ist das Zentrum Siebenbürgens. Zur Zeit sind viele Touristen da, die das mittelalterliche-barocke Flair der Stadt genießen.

Zu den Touristen gehören auch viele Siebenbürger, die nach Österreich und Deutschland (zumindest zeitweise) ausgewandert sind. So wie meine Gastgeber. Er ist Siebenbürger, sie Rumänin. Vor fünfeinhalb Jahren sind sie nach Bayern gegangen. Die Söhne sind jetzt sieben und zwölf. Die Wohnung in Herrmannstadt gehörte der verstorbenen Mutter. Sie bauen ein Haus bei der Schwiegermutter, in das sie dann später (vielleicht) zurückkehren.

Auch in Herrmannstadt kann man besichtigen, was jahrzehntelange Mangelwirtschaft für Folgen hat. Viele Gebäude brauchen eine umfassende Sanierung. Außerhalb der Altstadt gibt es dann die Einkaufszentren mit ihren Glasfassaden. Aber wer wird das Geld in die Hand nehmen und die alten Häuser modernisieren, sodass Menschen auch wieder in der Altstadt wohnen und leben können? Die Herausforderung ist überall gleich, aber die Bedingungen sind anders. Das gilt im übrigen ganz besonders auch für die Kirchgemeinden der Siebenbürger Sachsen. Anfang 1990 gab es 102.000 Gemeindeglieder und 118 Pfarrer, heute sind es noch 13.000 und 48 Pfarrer. In der Stadt selbst komme ich mit Deutsch nur selten weiter, da muss ich auf Englisch sowie Mimik und Gestik ausweichen.

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