Reisetagebuch

Norbert Braumüller aus Wolkenstein ist mit dem Interrailpass einen Monat in Europa unterwegs. Hier berichtet er von dem Reiseabenteuer auf Schienen:

Ich werde noch zwei Nächte in Siebenbürgen bleiben. Heute bin ich in Medias/Mediasch gelandet, wohne in einem neu gebauten Gemeindezentrum und war heute in der deutschen Kirche im Orgelkonzert. Die Kirche liegt in einer Kirchenburg, die wohl vollständig dem Kirchenbezirk und der Gemeinde gehört. Welche Aufgabe! Hier wird auch versucht, den Rumänen ein Angebot zu machen. Die Ansagen im Konzert wurden übersetzt, und einmal im Monat ist der Gottesdienst auf rumänisch. Ist das der Weg, den die Siebenbürger Kirche gehen soll? Im Übrigen bezeichnen sich die Siebenbürger Sachsen eigentlich nicht als Deutsche sondern als Sachsen.

In Sibiu bin ich heute noch an der Synagoge vorbeigekommen. Dort gibt es eine Gemeinde. In Mediasch ist die Synagoge vor einigen Jahren geschlossen worden, weil es keine zehn Männer mehr gab, um Gottesdienst halten zu können. Hier bemühen sich Künstler aus Österreich und Siebenbürgen darum, das Archiv zu ordnen, kleine Ausstellungen und Konzerte zu organisieren. Aber eine Perspektive für den Erhalt der Synagoge gibt es bisher nicht.

(Der Autor ist mittlerweile in Brasov) Brasov ist eine Großstadt mit mehr als 250.000 Einwohnern. Aufgrund ihrer Gründung durch den Deutschen Ritterorden im 13. Jahrhundert wird sie Kronstadt genannt. So gibt es ein sehenswertes altes Zentrum und die Geschäfts- und Industriestadt. Auch hier hat die lutherische Gemeinde nur noch 1100 Mitglieder, dafür aber die Hauptkirche (Schwarze Kirche), drei weitere Kirchen und vier Friedhöfe.

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