Rekordtag als kleiner Hoffnungsschimmer

Das heiße Wetter hat am Samstag so viele Gäste in die Freibäder gelockt wie noch nie zuvor in diesem Jahr. Generell fällt die Auslastung jedoch enttäuschend aus, was an mehreren Aspekten liegen dürfte.

Lengefeld/Krumhermersdorf/Venusberg.

So groß der Andrang in den Schwimmbecken am Samstag auch war: Selbst dieses heiße Wochenende hat gezeigt, dass es Freibäder in diesem Jahr schwerhaben. Denn direkt nach den diesjährigen Besucherrekorden, die fast überall erreicht wurden, ging es schon am Sonntag in den Einrichtungen der Region wieder relativ trist zu.

"Schade um dieses schöne Wetter", sagt Schwimmmeister Gunther Seifert, als das Wochenende in die zweite Hälfte ging. Trotz 28 Grad Celsius Luft- und 23 Grad Wassertemperatur tummelten sich am Sonntag nicht mal 150 Gäste im Venusberger Freibad. "Da hat uns die Wettervorhersage einen Strich durch die Rechnung gemacht", stöhnt Seifert, der tags zuvor bei ähnlichen Bedingungen mehr als dreimal so viele Gäste begrüßen konnte. Einziger Unterschied: Wolken verdeckten am Sonntag meistens die Sonne, doch die angekündigten Niederschläge blieben bis zum späten Nachmittag aus.

Trotzdem stellte das Wochenende einen Hoffnungsschimmer dar, denn der Andrang erinnerte an gute alte Zeiten. Trotz oder gerade wegen Corona hatte Seifert auch 2020 auf Betrieb gehofft. "Viele Leute verbringen ja jetzt den Urlaub eher in der Heimat", so der Schwimmmeister. Es habe sich aber gezeigt, dass die Pandemie vor allem Angst und Vorsicht unter der Bevölkerung hervorruft. "Wir wissen es nicht genau", sagt Seifert, der das Venusberger Bad dank des Hygiene-Konzepts jedenfalls gut gerüstet sieht. Dieses schreibt vor, dass maximal 350 Gäste auf einmal aufs Gelände dürfen. Die dafür ausgereichten Chips, die dem Personal stets einen Überblick bieten, waren am Samstag fast aufgebraucht. Nach Hause geschickt werden musste aber niemand, denn speziell am Nachmittag herrschte ein ständiges Kommen und Gehen.

Auch die Krumhermersdorfer Einrichtung kam am Samstag nah an ihr Limit. Weil kurz nach 14 Uhr 207 der erlaubten 259 Plätze belegt waren, informierten einige Besucher noch rasch per Handy ihre Freunde, um sich auf dem Weg gen Becken zu beeilen. Über den Tag verteilt kamen so rund 360 Badegäste zusammen. Eine Resonanz, die Ulf Findeisen schon lange nicht mehr vermelden konnte. "Es spielt sicherlich eine Rolle, dass die Leute wegen der Pandemie eingeschüchtert sind", vermutet der Fachangestellte für Bäderbetriebe und nennt damit einen möglichen Grund dafür, dass die Zahl der Besucher meistens nur im zweistelligen Bereich liegt.

In den Augen von Matthias Timmel spielt die Corona-Krise für die Badesaison dagegen keine entscheidende Rolle. Zwar musste auch die Lengefelder Einrichtung ein entsprechendes Konzept umsetzen und beispielsweise ein neues Waschbecken samt Desinfektionsmittel am Eingang installieren. "Dass es bislang ein enttäuschendes Jahr war, liegt aber eindeutig am Wetter", ist der Schwimmmeister überzeugt. Zu selten gab es mehrere schöne Tage am Stück, um die Menschen in die Becken zu locken. "Ich habe noch keinen Gast erlebt, der über Corona diskutiert hat. Stattdessen sind die Menschen dankbar dafür, dass die Stadt das Freibad erhält", sagt Timmel, der sich am Samstag in seiner Einschätzung bestätigt sah. Mit 482 Badegästen sei am Limit (533) geschnuppert worden. Fast 300 genossen zudem das erstmals in diesem Jahr organisierte Nachtschwimmen. Am Sonntag kamen wegen Unwetterwarnungen dagegen nur rund 50 Gäste. "Aber in ein paar Tagen soll es ja wieder besser werden", gibt sich Timmel optimistisch.

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