Rückbau soll zu mehr Lebensqualität beitragen

In einer Gesprächsrunde hat die Stadt Zschopau Maßnahmen zur Aufwertung des August-Bebel-Wohngebietes vorgestellt. Dazu gehörten einschneidende Veränderungen.

Zschopau.

Bereits im November hatte die Stadt Zschopau die etwa 2500 Einwohner des August-Bebel- Gebietes zu einem Workshop eingeladen, um ihre Meinung über die Lebensqualität und Verbesserungsvorschläge kundzutun. Nur 20 Gäste nutzten diese Chance. Als nun Aufwertungsmaßnahmen für das Gebiet vorgestellt wurden, die zum Teil aus der Befragung abgeleitet wurden, waren gar nur acht Einwohner anwesend. Zu einer regen Diskussion kam es dennoch. Denn Oberbürgermeister Arne Sigmund und Planer Tom Arnold von der Gesellschaft für Stadt- und Landentwicklung (GSL) GmbH & Co KG mussten so manche Frage beantworten.

Dabei ging es zunächst um die in naher Zukunft anstehenden Maßnahmen. Zwölf Projekte, die mit dem Bau eines Verbindungsweges vom Launer zum Neckarsulmer Ring beginnen, stießen auf Zustimmung. Kein Wunder, sollen dabei doch Beleuchtungen modernisiert und Straßen, Parkplätze sowie Fußwege erneuert werden. Dennoch blieb so mancher Wunsch unerfüllt. Neben einem Radweg betraf dies auch einen Supermarkt, zu dem Sigmund nur sagen konnte: "Das liegt nicht in unserer Hand." Vorhandene Objekte entsprächen nicht den Vorstellungen von Großanbietern.

Rege diskutiert wurde dann auch, als die Maßnahmen vorgestellt wurden, die erst in den Jahren 2025 bis 2027 realisiert werden sollen. Angedacht ist ein (Teil-)Rückbau von Gebäuden, in denen der Leerstand besonders groß ist. Aktuell werden 214 von 1017 Wohnungen nicht genutzt. Am Greßlerweg 5-7, am Launer Ring 25-33 und 30-34 sowie am Petermannweg 5-8 liegt der Leerstand deutlich über dem Durchschnitt von 21 Prozent, dem durch den Rückbau entgegengewirkt werden könne. "Das führt zu einer Verbesserung der Wahrnehmung, es ergeben sich Chancen", so Arnold. Als positives Beispiel nannte er die Schwimmhalle, die an der Stelle eines ehemaligen Plattenbaus großen Anklang findet. Gleichzeitig war dem Planer klar: "Das ist ein emotionales Thema, weil es die Heimat verändert." Negative Wortmeldungen blieben auch nicht aus. Von einem "Armutszeugnis" wollte Arnold aber nichts wissen. "Wir befinden uns nun mal in einer Schrumpfungsphase", sagte Arnold und verwies auf die demografische Entwicklung, die einen weiteren Bevölkerungsrückgang bis 2030 vorhersagt: "Das sind normale Zyklen."

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