"Sänftenberg" ist bereit für die Weihnachtsschau

Bis zur Weihnachtsschau im Gelenauer Depot Pohl-Ströher ist es noch etwas Zeit. Die wird genutzt, um neue Exponate vorzubereiten. Eines verdankt seinen Namen einer besonderen Transportart.

Gelenau.

Auf der Homepage des Gelenauer Depots Pohl-Ströher ist die künftige Leihgabe schon zu finden: der mechanische Weihnachtsberg der Familie Schäller. Wieder zum Laufen gebracht hat seine Mechanik Eckart Holler, Sammler alter Fahrzeuge und alter Spielzeugautos.

Als Thomas Schäller aus Cranzahl und seine Schwester Bärbel Tennert aus Elterlein ihren Weihnachtsberg zum ersten Mal im funktionstüchtigen Zustand sehen, sind beide sprachlos. "Das ist einfach überwältigend", sagt Thomas Schäller, und Bärbel Tennert lässt ihre Augen immer wieder darüber schweifen. Über die drei Weisen aus dem Morgenland, die jetzt ihre Bahnen auf Kamelen ziehen, ohne irgendwo anzustoßen, hin zum Schäfer, der gerade ein "Schläferstündchen" hält, über die Schafe, die ihre Köpfe auf und ab bewegen bis zur Krippe.

"So haben wir den Weihnachtsberg noch nie gesehen, das wäre der Traum meines Vaters", sagt Bärbel Tennert, und Thomas Schäller fügt hinzu, dass ihr Vater immer nur unter dem Berg gelegen hätte, um etwas zu reparieren, was dann bei aller Bastelei trotzdem nicht funktionierte. Arno Schäller, der Großvater der Geschwister, war der Erstbesitzer, von ihrem Vater Horst Schäller fiel das Stück als Erbmasse an die Kinder. Thomas Schäller fragte seinen alten Schulfreund, Depotleiter Michael Schuster, ob eine Möglichkeit bestünde, den Weihnachtsberg zu restaurieren. Und ganz zufällig kannte Michael Schuster jemanden, der sich mit dieser Materie bestens auskennt.

Eckart Holler, der in seinem Leben "bestimmt schon 50 Weihnachtsberge" restauriert hat, nahm sich des Schätzchens an, dessen Alter er auf mehr als 100 Jahre datiert. Gebaut worden sei er um 1910, das sei an einigen Figuren und der Bauart zu erkennen, sagt der Fachmann, der auch in diesen Berg tief hineingekrochen ist, um an die Mechanik zu gelangen. "Es war gar nicht so einfach, hinter die Wirkungsweise zu kommen. Vieles war auch doppelt mechanisiert, was ich vereinfacht habe", erzählt Eckart Holler. Er und Depotleiter Michael Schuster haben auch schon einen Namen für den Berg. "Zum Transport des Berges haben wir zwei Eisenstangen daruntergeschoben und ihn dann zu viert getragen wie eine Sänfte", erzählt Michael Schuster. Deshalb ist der neue Weihnachtsberg im Depot Pohl-Ströher eben der "Sänftenberg".

Das Depot Pohl-Ströher in Gelenau öffnet seine Pforten zur Weihnachtsschau vom 30. November bis 27. Januar. Geöffnet ist immer freitags, sonnabends und sonntags von 10 bis 18 Uhr. Zusätzlich ist vom 25. bis 30. Dezember geöffnet, Heiligabend, Silvester und Neujahr bleibt das Depot geschlossen.

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