Schatzkammer hinter dem Grünen Saal

35 Bilder werden beim Festumzug des Schloss- und Schützenfestes zu sehen sein. Wer dabei ein historisches Gewand tragen will, könnte im Schloss Wildeck fündig werden.

Zschopau.

Der Grüne Saal ist eine der Sehenswürdigkeiten im Schloss Wildeck. Unzählige Feste wurden hier gefeiert, seit die Räumlichkeiten Mitte des 16. Jahrhunderts im Renaissance-Stil gestaltet wurden. Hohlkehlbalken- und Kassettendecken erstrahlen hier in alter Schönheit. Doch auf eine wahre Schatzkammer stößt erst derjenige, der noch zwei weitere Türen öffnet. Zugegeben: Die Kleidung stammt nicht wirklich aus dem Mittelalter. Und doch sorgen die Gewänder aus der Kleiderkammer direkt neben dem Grünen Saal für ein historisches Flair, das Protagonisten von früher wieder lebendig werden lässt.

So wie beim Festumzug, der am 25. August das diesjährige Zschopauer Schloss- und Schützenfest krönen soll. "Mehrere historische Kleider wurden schon abgeholt", sagt Schloss-Mitarbeiterin Carmen Seifert, die erstmals seit vielen Jahren auch wieder Mitglieder des Zschopauer Stadtrates begrüßen durfte. Auch sie haben diesmal die Gelegenheit, sich beim Festumzug historisch zu kleiden. Als Richter und Ratsherr wollen sie das Publikum am Straßenrand beeindrucken. "Auch Frauen haben bei uns eine große Auswahl", ergänzt Carmen Seifert und zeigt auf die großen Schränke. Dort schlummern zahlreiche Kleider, die diejenigen, die sie tragen, in ein Burgfräulein, in eine Magd oder in eine Edelfrau verwandeln. Sogar zur Schlanken Margarete können Frauen werden, Männer zum Dicken Heinrich. Vor dem Schlüpfen in das Kostüm besteht die Herausforderung darin, das passende Exemplar zu finden. Interessenten stehen vor der Qual der Wahl, inzwischen umfasst die Kleidersammlung reichlich 100 Gewänder.


Im Jahr 2000 reichte noch ein kleiner Schrank. Im Zuge einer Arbeitsbeschaffungsmaßnahme kümmerte sich damals eine Mitarbeiterin um das Nähen historischer Kleider. "Es sollte ein schlossspezifisches Repertoire für historische Anlässe entstehen", sagt Carmen Seifert, die allerdings erst etwas später dazustieß. Sie erlebt nun seit 14 Jahren, wie die Sammlung stetig wächst. Einerseits durch Spenden: "Manchmal ist es schwer zu glauben, welch eigentümliche Kleider daheim in den Schränken der Leute schlummern", sagt Carmen Seifert schmunzelnd. Mitunter werden aber auch gezielt Exemplare gekauft - so wie vor der 725-Jahr-Feier. Nützlich sei diese Anschaffung auf jeden Fall, denn die Nachfrage ist groß. Neben dem Festumzug stehen schließlich noch viele andere Veranstaltungen im Schloss auf dem Programm, bei denen historisches Flair gefragt ist.

Nicht nur die junge Generation freut sich bei der Märchennacht, dem "Spuk im Schloss" oder im Märchenwald des Weihnachtsmarktes über Helden aus dem Mittelalter. Auch bei Veranstaltungen für Erwachsene wird immer wieder auf den Fundus zurückgegriffen, der der Stadt und dem Förderverein des Schlosses gehört. "Wir hatten schon Leute hier, die in historischen Gewändern auf dem Schloss geheiratet haben", erzählt Carmen Richter. Auch die Standesbeamtin sowie die Gäste warfen sich dementsprechend in Schale. Interesse gibt es auch beim Dittmannsdorfer Heimatverein, der vor seinen Theateraufführungen im Schloss stöbert. Zunächst einmal hoffen aber die Teilnehmer des Festumzugs, fündig zu werden.

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