Schriftzug am Ehrenhain wieder komplett

In die Sanierung des Thälmann-Denkmals in Zschopau sind auch Denkmalmittel geflossen. Den Anstoß gab ein Verein.

Zschopau.

Der Beton ist wieder hell, Buchstaben und Abdeckung sind erneuert, und vor dem Ernst-Thälmann-Ehrenhain wächst frisches Grün. Die Stadt Zschopau hat das Denkmal für den umstrittenen KPD-Politiker der Weimarer Republik neben dem Gymnasium mit Hilfe von Denkmalschutzmitteln saniert. Den Anstoß dafür gaben im vergangenen Jahr die Erzgebirgsfreunde Russlands.

Der Verein hatte zunächst angeboten, substanzielle Teile - Reliefplatte und Pylone - zu übernehmen und am Vereinssitz aufzubewahren. Weil das aus denkmalrechtlicher Sicht nicht möglich war, drängte Vereinschef Norbert Staffa bei den Behörden auf eine Sanierung des Ehrenhains. Im August fand zunächst eine Ortsbegehung der Denkmalbehörden statt. Die Stadt als Eigentümerin habe die Denkmalbehörden über notwendige Vorkehrungen zum Erhalt der Anlage konsultiert, hieß es aus dem Landratsamt.

2014 hatten Schüler die Gedenkstätte bei einem Projekttag in guter Absicht von Strauchwerk befreit und damit eine Debatte über den Umgang mit der Gedenkstätte sowie die Einordnung der Person Thälmanns in die Zeitgeschichte ausgelöst. Eineinhalb Jahre später wurde die Anlage beschmiert. Vom Schriftzug "Ernst Thälmann ist niemals gefallen" fehlten immer mehr Buchstaben.

Mit dem Ergebnis der Verjüngungskur ist Norbert Staffa zufrieden: "Der Vorgang könnte in diesen Landen einmalig sein, ein Denkmal der Erinnerungskultur ist auferstanden. Mag man zu Thälmann stehen, wie man will, er hat einen Platz in der deutschen Geschichte. Wie er als Führer der deutschen Kommunisten zu beurteilen ist, mögen jene befinden, die meinen, Kommunisten zu sein."

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