Schuld an erster Spende war Freundin

Jürgen Meißner aus Olbernhau hat sich zum 100. Mal den Lebenssaft zapfen lassen. Und es ist noch lange nicht Schluss.

Olbernhau.

Damit die Kliniken der Region ausreichend mit Blutkonserven versorgen werden können, sind die Institute auf Spender angewiesen, die sich möglichst regelmäßig zu den Blutspendeterminen 500 Milliliter ihres Lebenssaftes abzapfen lassen. Insgesamt 50 Liter Blut hat der Olbernhauer Jürgen Meißner bisher in seinem Leben gespendet. Nach seiner 100. Spende, die er in der zurückliegenden Woche im Feuerwehrgerätehaus in Olbernhau abgab, dankte ihm Anja Werth-Orgis, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit bei der DRK-Blutspendedienst Nord-Ost gGmbH, für seine langjährige Treue.

"Momentan wird wirklich jede Spende dringend gebraucht. Durch die Ferienzeit, die sommerliche Hitze und nicht zuletzt vermutlich auch wegen Corona lässt die Spendenbereitschaft zu wünschen übrig", so Anja Werth-Orgis. Coronabedingt sind bis auf Weiteres bei allen Blutspendeaktionen die Hygienemaßnahmen verstärkt worden: Zum Beispiel wird bereits am Eingang des Spendenlokals die Körpertemperatur jedes Spenders gemessen. Sowohl Personal als auch Spender tragen im gesamten Spendenlokal Mund-Nase-Schutz. Zudem werden nach der Blutspende Imbiss-Beutel ausgereicht. "Sehr gern können sich Spendenwillige vorab einen Termin reservieren lassen, um Warteschlangen zu vermeiden", ergänzt Anja Werth-Orgis.

Für Jürgen Meißner allesamt keine Gründe, nicht zu spenden. "Ich weiß ja, wofür ich es mache: Ich hoffe, kranken Menschen damit helfen zu können", so der 69-Jährige der zugibt, Anfang der 1970er-Jahre gar nicht aus eigenem Antrieb heraus zur ersten Blutspende gegangen zu sein. Seine damalige Freundin und heutige Ehefrau war es, die ihn aufgefordert und mitgenommen hat.

"Da ich bis dahin Angst vor Nadeln hatte, hat mich das ganz große Überwindung gekostet", sagt Meißner, der die Entscheidung rückblickend nie bereut hat, heute. Auch deshalb, weil er weiß, dass man jederzeit selbst in eine Lage kommen kann, in der eine Blutkonserve benötigt wird. Laut Anja Werth-Orgis werden die meisten Blutkonserven aktuell zur Behandlung von Krebspatienten benötigt. Erst dann folgen Erkrankungen des Herzens, Magen- und Darmkrankheiten sowie Sport- und Verkehrsunfälle. Jürgen Meißner möchte, wenn es seine Gesundheit erlaubt, so lange wie möglich weiter Blut spenden. Maximal darf er das bis einen Tag vor seinem 73. Geburtstag. "Jetzt freue ich mich auf die 101. Spende und zähle schon die Tage bis dahin", sagt Jürgen Meißner.

00 Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.