Simsons müssen nicht immer ganz original sein

In Schönbrunn sind Motorräder und Mokicks die Renner gewesen. Mehr als 300 Besucher scharten sich um 160 Fahrzeuge. Doch auch ein ganz besonderer Abend und mehrere Wettbewerbe standen auf dem Programm.

Schönbrunn.

Zwar ist am Wochenende in Schönbrunn das 27. Spritzenfest der Feuerwehr und ihres Vereins gefeiert worden, doch im Mittelpunkt stand etwas ganz anderes als Feuerwehrspritzen: die 160 Fahrzeuge der Simsoncrew Erzgebirge. Etwa 320 Besucher wollten sich das nicht entgehen lassen.

Der Kameradschaftsabend: Mit "Armee-Biwak für alle Kameraden des Verfügungsraums Erzgebirge" war zunächst der Freitagabend umschrieben. Die meisten derjenigen, die sich um Feuer und Kochtopf scharten, schienen aus der Zeit gefallen. Da trat Nils Schwabe in der Uniform eines Angehörigen der Kampfgruppe eines volkseigenen Betriebes auf. Kai Hofmann hatte sich die Uniform eines Majors der Nationalen Volksarmee der DDR übergeworfen. Laura Vater und Vivien Krause rührten, bekleidet mit dem Kampfanzug der NVA. "Wir haben mit Militaria nichts am Hut, sondern beschäftigen uns mit Motorrädern und Mokicks von früher. Da sind wir fast zwangsläufig auf die alten Uniformen gekommen, die wir zum Kameradschaftsabend anziehen", sagte Andy Meyer, Gründer und Vorsitzender der Simsoncrew Erzgebirge.

Die Maschinen: Simsons sind ja nicht nur die Kleinkrafträder von Spatz über Star und Schwalbe bis Sperber oder die S 50 und S 51, viele Jahrzehnte vor der Vogelreihe bauten die Suhler Zweiradfabrikanten die legendäre Awo. Und mit solch einer Maschine, die zudem aussah wie gerade vom Band gelaufen, kam ein Zschopauer zum Festplatz in Schönbrunn. Er wollte seinen Namen nicht sagen, gab aber bereitwillig Auskunft über seine Maschine: "Das ist eine Awo Baujahr 1952, die ich als Schrotthaufen gekauft hatte. Reichlich zwei Jahre hat der Umbau gedauert."

Vivien Krause zeigte bereitwillig ihr S 51, das alles andere als original ist. "Die größte Veränderung ist sicherlich die Scheibenbremse im Vorderrad, dazu kommt die Airbrush-Lackierung. Ich bin richtig stolz auf mein Moped", sagte die Schönbrunnerin.

Die Wettbewerbe: Das beste originalgetreue Fahrzeug war das Simsongespann von Danny Mildner aus Geyer. Zum besten Umbau wurde die Simson von Nico Lerch gewählt. Das Mitglied der Simsonbrüder Zwickau gewann auch den Geschicklichkeitsparcours. Bester beim Reifenzielwurf war Robert Bilz aus Schönbrunn mit acht Metern. "Das Simsontreffen war richtig cool", sagte der 16-jährige Danny Lämmel aus Drebach. Sein Vater Thomas findet es gut, dass sich die Jugend mit den teils alten Maschinen befasst: "Das ist wie zu meiner Jugendzeit, so ein Moped oder Mokick bedeutet Freiheit, man kann selbst entscheiden, wohin man fahren will."

Bewertung des Artikels: Ø 1 Sterne bei 1 Bewertung
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...