So schön war das Stadtfest-Finale

Thum platzte am Wochenende aus allen Nähten. Die große Festwoche ist am Sonntag mit einer Parade zu Ende gegangen, Tausende Besucher säumten die Straßen. Und schon am Sonnabend kam besonders einer aus dem Staunen nicht mehr heraus.

Thum.

Michael Brändel stand selbst am Ende der langen Festwoche noch unter Strom. Emsig dirigierte der historisch eingekleidete Thumer Bürgermeister am Sonntagnachmittag Teilnehmer der im Auslauf befindlichen Festparade von der Straße auf den Fußweg, wegen der Sicherheit. "Ab Montag", scherzte das Stadtoberhaupt, das kurz zuvor noch den großen Festumzug zu 550 Jahre Thum angeführt hatte, "habe ich bestimmt Entzugserscheinungen". Kein Wunder, schließlich bildete das Ereignis am Sonntag den würdigen Abschluss vieler abwechslungsreicher Tage voller Erlebnisse. "Ich denke, das war für alle ein schönes Fest und eine rundum gelungene Veranstaltung, trotz aller Unkenrufe", sagte Brändel zu "Freie Presse". Alle hätten an einem Strang gezogen. Die Besucheranzahl während der Festwoche habe seine Erwartungen noch übertroffen. Und beim Festumzug am Sonntag mit Dutzenden kreativen Bildideen säumten Tausende Schaulustige die Straßenränder, die Stadt platzte aus allen Nähten. "Es hat sich rumgesprochen, dass man in Thum feiern kann", resümierte Michael Brändel.

Das zeigte sich bereits am Tag zuvor beim Ersten Offenen Thumer Treffen für Oldtimerfahrzeuge. Ohne Unterbrechung rollten die Oldtimer auf dem Thumer Sportplatz ein. Motorräder wie die Jawa, AWO, EMW, Vertreter der ganzen Zschopauer Zweiradfamilie, Traktoren wie der Lanz-Bulldog, riesige US-Straßenkreuzer ... Die Schlange schien kein Ende zu nehmen. 190 Fahrzeuge waren es insgesamt und selbst Hauptorganisator André Bernt kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. "Dass das so läuft, hätte ich nicht gedacht, ich bin überwältigt, hin und weg", sagte der 44-Jährige. Das Erste Offene Thumer Treffen für Oldtimerfahrzeuge war ein Riesenerfolg und ein absoluter Höhepunkt im bunten Veranstaltungsreigen zum 550. Stadtjubiläum. "Und das war ohnehin Spitze", so Karli Felber, der sich unter die vielen Gäste gemischt hatte. Und dann hatten sich die Organisatoren noch etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Jeder Teilnehmer wurde mit seinem Oldie mit bildhübschen Damen abgelichtet, die schmuck im Look der 1950er-Jahre auftraten. "Hier geht einfach nur die Post ab", meinte ein Besucher. Auch André Weber war begeistert. Vom Stadtfest insgesamt und vom Treffen der historischen Fahrzeuge. Er führte einen Lincoln Continental ins Feld. 7,5 Liter Hubraum, Baujahr 1977. Er kam 2009 über die Zeitung zu dem Straßenkreuzer. "Der ist direkt aus den USA hierher gekommen", verriet der Thumer. Dieter Klaus kam mit einer DKW RT 100 zum Spektakel geknattert. "Die hab ich vor 40 Jahren in Annaberg in einem Keller gefunden und damals für 100 Mark gekauft", berichtete der Jahnsbacher. Mit viel Mühe hat er den "Kellerfund" wieder in ein Schmuckstück verwandelt. Mit seiner Teilnahme am Treffen hat er sozusagen seinen Beitrag zum Stadtfest geleistet. "Das Fest war absolut, die Organisatoren haben sich viel Mühe gegeben, es war jeden Tag was anderes los", schätzte der Oldtimerfan ein.


Auch Reinhold Arnold zollte dem Stadtgeburtstag viel Lob. Er war mit einem recht seltenen Gefährt von Auerbach über den Berg gekommen. Sein P 70 Coupé fand viel Beachtung. Nur 1500 Stück wurden von 1957 bis 1959 bei Sachsenring Zwickau gebaut. Der gebürtige Jahnsbacher berichtete, dass er ein "Riesenschwein" hatte, dass er zu dem sportlich aussehenden Gefährt gekommen ist. "Das hat sich durch Zufall bei einem Plausch bei einer Weihnachtsfeier ergeben", so der Auerbacher, der mit Gattin Kerstin auch die entsprechende Kleidung aus der "Papp 70"-Zeit trug. Benzingespräche ohne Ende, Erinnerungen wurden ausgetauscht, die Jawa- und die MZ-Freunde foppten sich gegenseitig, so wie früher eben. Und André Bernt und seine Helfer staunten immer noch ob der Resonanz. Wird es ein weiteres Thumer Oldtimertreffen geben? "Ich weiß es noch nicht genau, aber die Nachfrage ist da", so der Thumer.

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