So sieht der Zschopauer Wochenmarkt aus

Nach dem Umzug auf den Schlosshof haben sich die Befürchtungen bewahrheitet. Nach den Kunden bleiben nun auch die Händler weg.

Zschopau.

Gähnende Leere am gestrigen Dienstag auf dem Hof vor Schloss Wildeck. Eigentlich sollten auf dem Pflaster um den Burgfried "Dicker Heinrich" jeden Dienstag Wochenmarkthändler ihre Stände aufbauen. Doch seit dem Umzug vom Neumarkt bleiben die Kunden weg. Nur noch der Honigverkäufer aus Schellenberg hält weiter zur Stange und hofft, dass nächste Woche wieder einige Stände mehr zu finden sind.

Viele dürften es ohnehin nicht werden. Denn mit dem Angebot von "Käse-Maik" Schiede fällt ein wichtiges Zugpferd weg. Den Zschopauer Wochenmarkt will das Unternehmen an diesem Standort nicht mehr ansteuern, bestätigte der Geschäftsmann am Dienstag der "Freien Presse". Andere hatten vorige Woche angekündigt, auch nicht mehr zu kommen, falls "Käse-Maik", der bisher alle zwei Wochen seine Theke aufbaute, die Segel streicht.


Schon vor dem Umzug gab es von Gewerbetreibenden große Bedenken: Laufkundschaft, die mal schnell zwischen anderen Einkäufen in der Innenstadt bei den Wochenmarkthändlern vorbeischaut, könnte fernbleiben. Die Befürchtungen haben sich bestätigt. Schon der erste Markt am neuen Standort Mitte März war nur mäßig besucht. Händler wie Kunden bemängelten damals die halbherzige Ausschilderung. Auf vier am Neumarkt ausgehängten Zetteln im A 3-Format hatte die Stadtverwaltung auf die Markt-Verlagerung hingewiesen. Nach der Kritik wurden die Blätter gegen rote Plakate mit größerer Schrift getauscht.

Inzwischen scheint bei dem Thema im Rathaus Ratlosigkeit zu herrschen. "Eigentlich sind Initiativen nötig", sagte Wilfried Leibling, Sachgebietsleiter im Ordnungsamt, zu Wochenbeginn. Am vergangenen Dienstag habe man mit Händlern darüber diskutiert. "Vielleicht könnte ein großes Plakat am Geländer der Rathaustreppe helfen", sagt Leibling. Ansonsten falle ihm dazu nur wenig ein. Es habe auch einen bis zwei Termine im Schlosshof gegeben, bei denen die Händler mit dem Zulauf zufrieden gewesen seien, fügt Wilfried Leibling an. Die letzten beiden Male war das aber nicht der Fall. Nach Ostern hatte der Honigverkäufer auch allein am Schloss gestanden. Erst mit dem Ende des Kanalbaues auf der Gartenstraße und der großen Umleitung Mitte nächsten Jahres soll der Wochenmarkt wieder am alten Standort stattfinden.

Probleme mit der Frequentierung gibt es indes nicht erst seit dem Umzug. Schon am Neumarkt hatten Gewerbetreibende ihre Stände oft viel früher abgebaut, weil nachmittags kaum Kunden vorbeischauten. "Wenn vier von sechs Händlern Textilien anbieten, ist das nicht berauschend. Aber ich kann da nichts vorschreiben", sagt der Ordnungsamtsleiter. Und weil bei den Händlern kein Nachwuchs in Sicht sei, werde sich nicht viel ändern.

Vor drei Jahren scheiterte der Versuch, einen Bio- und Frischemarkt auf die Beine zu stellen. Die Idee wurde bei einem Treffen im Rahmen des sächsischen Modellprojekts "Lust auf Innenstadt" entwickelt. Mindestens zehn Händler sollten auf dem Neumarkt vor allem hochwertiges Obst und Gemüse anbieten. Der Inhaber eines Bio-Ladens, der weitere Teilnehmer akquirieren wollte, hatte damals nur eine Zusage erhalten.

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