Sozialbetriebe: Kosten für Pflege nehmen zu

Einige Heimbewohner müssen ab diesem Jahr mehr Geld zahlen. Die Geschäftsführung spricht von höheren Ausgaben.

Olbernhau.

Die Kosten bei den Sozialbetrieben Mittleres Erzgebirge sind in diesem Jahr um durchschnittlich zwölf Prozent gestiegen. Das bestätigte Geschäftsführer Andreas Haustein auf Nachfrage. Die wesentlichen Gründe: höhere Ausgaben für Personal, Sanierungen und Neubauten. Diese ergäben sich vor allem durch das neue Pflegestärkungsgesetz 2, das seit Anfang 2017 gilt. Je nach Leistung und Pflegegrad werden einige Nutzer entlastet - andere müssen mehr zahlen als vorher.

Das neue Gesetz sieht fünf Pflegegrade statt drei Pflegstufen vor. Das Ziel: Mehr Menschen sollen von der Pflegeversicherung profitieren. Haustein beschreibt ein Beispiel aus der vollstationären Betreuung: Ein Bewohner der Pflegestufe 1, der bisher 850 Euro zahlte, wird dem Pflegegrad 2 zugeordnet. Er muss nun 100 Euro mehr aufbringen, also insgesamt 950 Euro. Dies entspricht dem Eigenanteil, den alle Bewohner der Einrichtung entrichten - und zwar unabhängig vom Pflegegrad. Wer aus der Pflegestufe 3 in den Pflegegrad 2 rutscht, zahlt jetzt allerdings weniger als vorher. Damit nach der Neueinstufung niemand schlechter gestellt ist, garantiert das Gesetz einen Ausgleich: Erhöht sich der Eigenanteil eines Bewohners, übernimmt die Pflegeversicherung die Differenz.


Was die Personalkosten betrifft, so haben die Sozialbetriebe vor allem beim Ausbildungsgehalt deutlich zugelegt. Der Einstieg liegt Haustein zufolge jetzt bei 812 Euro pro Monat, im dritten Lehrjahr bei 908 Euro. Vorher erhielten Azubis weniger als die Hälfte. Die Löhne für Pflegefachkräfte wurden im Durchschnitt um elf Prozent erhöht. Zudem gilt nun ein verbesserter Personalschlüssel, das heißt: Auf einen Bewohner kommt eine höhere Anzahl an Pflegern. Außerdem treibt das Unternehmen Bauarbeiten voran. So wird zum Beispiel das Pflege- und Seniorenheim in Wernsdorf erweitert. Die Sozialbetriebe investieren 3,5 Millionen Euro. Dort sind derzeit 28 Mitarbeiter für 40 Bewohner zuständig. Nach der Baumaßnahme sollen sich etwa 35 Mitarbeiter um 67 Bewohner kümmern.

Die Sozialbetriebe führen weitere Pflegeheime in Dörnthal, Pfaffroda, Olbernhau, Zschopau und Schneeberg. Zudem gibt es einen ambulanten Pflegedienst, Jugendzentren in Pobershau, Lippersdorf sowie eine Seniorenresidenz und eine Erziehungs- und Familienberatungsstelle in Marienberg. (mit faso)

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