Spätschicht bietet Blick hinter die Kulissen

Vier Unternehmen aus der Region öffnen zu den Tagen der Industriekultur ihre Werkstore. Die Firmen lassen sich einiges einfallen, um für Ausbildungsberufe zu begeistern, zum Beispiel Armdrücken gegen einen Servomotor.

Zschopau/Chemnitz.

Anlässlich der Tage der Industriekultur, die in Chemnitz, Zwickau und dem Erzgebirge bis Anfang Oktober dauern, werden in zahlreichen Betrieben Sonderschichten geschoben. "Spätschicht" nennt sich die Aktion, bei der am 27. September die Werkstore für Interessenten geöffnet werden.

Führungen, Präsentationen und Mitmachangebote stehen auf dem Programm. Die Firmen lassen sich einiges einfallen, um für Ausbildungsberufe und Stellenangebote zu begeistern. Wer bei einer der Werksführungen dabei sein möchte, kann sich ab sofort anmelden.

Vor zwei Jahren hatte die "Spätschicht" im Erzgebirge Premiere mit sieben Firmen, im vergangenen Jahr folgten schon 2000 Besucher der Einladung zu 23 Betrieben. Bei der diesjährigen dritten Veranstaltung sind es bereits 32 Unternehmen aus dem Erzgebirge, die zeigen wollen, was Industrie heute ausmacht.

Rund um Zschopau bieten am 27. September vier Firmen Werksführungen an: die Firmen Mogatec in Grießbach, Wendt & Kühn in Grünhainichen sowie LSA Leischnig und Paper+Design in Wolkenstein. Fast überall ist der Blick hinter die Kulissen verbunden mit einem Rahmenprogramm und Informationen zu Berufsausbildung und aktuellen Stellenangeboten.

"Wir waren 2018 schon mit dabei. Der Zulauf und das Interesse an den Führungen waren gigantisch", sagt Sarah Bastian. Aus diesem Grund weist die Gruppenleiterin in der Mogatec-Personalabteilung darauf hin, dass für die Führungen durch das Werk des Gartengeräteherstellers unbedingt eine Voranmeldung erforderlich ist. Acht jeweils 30-minütige Rundgänge sind geplant. Der erste beginnt 16, der letzte 20 Uhr. "Bei den Führungen können die Besucher mit Mitarbeitern ins Gespräch kommen", sagt Sarah Bastian. Zudem gebe es ausführliche Informationen zu Ausbildungsberufen und Studium (Berufsakademie) sowie weiteren Einstiegsmöglichkeiten bei Mogatec. "Wir bilden Industriekaufleute, Fachkräfte für Lagerlogistik, Zerspanungs- und Fertigungsmechaniker aus." Zurzeit absolvierten 16 junge Leute in dem knapp 270 Mitarbeiter zählenden Unternehmen in dem Drebacher Ortsteil eine Berufsausbildung.

Bei Wendt & Kühn beginnt die "Spätschicht" schon 14 Uhr. Bei den Führungen im Stundenrhythmus können Besucher erfahren, wie aus einem grob geschliffenen Brett eine kunstvoll bemalte Figur entsteht. Eine Ausbildung zum Holzspielzeugmacher dauert drei Jahre. Die theoretischen Kenntnisse werden in der Berufsschule in Seiffen - der einzigen Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule in Deutschland - vermittelt, die praktischen Fertigkeiten in den verschiedenen Abteilungen der Firma in Grünhainichen. Wie das Traditionsunternehmen weiter mitteilt, sei die "Spätschicht" bereits für Kinder ab fünf Jahren geeignet.

Wie aus einer Idee eine fertige Maschine entsteht und wer dabei alles seine Hände im Spiel hat, erfahren Teilnehmer an den 16 Uhr beginnenden Führungen durch die Firma LSA GmbH Leischnig Schaltschrankbau Automatisierungstechnik in Wolkenstein. Einblicke in Entwicklung und Realisierung von Spezial- und Sondermaschinen werden gewährt. Dabei können alle Entwicklungsschritte besichtigt werden, teilt das Unternehmen am Äußeren Hofring 11 mit. Neben Infos zu Berufen wie Mechatroniker und Elektroniker für Automatisierungstechnik sowie zu dualen Studien gibt es auch Gelegenheit, selbst Hand anzulegen: beim Montage-Kontest ("Wer schraubt am schnellsten?), beim Aufbau einer einfachen Schaltung und beim Armdrücken gegen einen Servomotor.

Bei Paper + Design tabletop in Hilmersdorf ist am 27. September, 17 Uhr "Schichtbeginn". Rund 230 Mitarbeiter fertigen in der Firma an der Heinzebank unter anderem Servietten und weitere Tischaccessoires in über 750 Motiven. Vier Führungen sind angesetzt, zudem werden die Ausbildungsberufe Medientechnologe (Druck), Industriekaufmann, Mediengestalter (Druck und Print) sowie Mechatroniker vorgestellt.

Die Tage der Industriekultur finden zum zehnten Mal statt. Insgesamt 82 Unternehmen bieten exklusive Einblicke in die alltägliche Arbeitswelt von heute. Als Event-Location öffnen die Tage der Industriekultur in diesem Jahr die Halle D im Industriekomplex der ehemaligen Schubert & Salzer Maschinenfabrik in Chemnitz, der heute als Wirkbau bekannt ist. Der Komplex an der Annaberger Straße galt einst als größtes deutsches Werk für Textilmaschinen und prägte maßgeblich die Chemnitzer Industriekultur. Bei der Vernissage der Kunstausstellung "Looking forward" am 26. September wird Schauspieler und Musiker Lars Eidinger als DJ auflegen. (mit hfn)

Anmeldungen für die Spätschicht sind ab sofort unter www.buchung.industriekultur-chemnitz.de möglich. Dort gibt es auch eine Übersicht zu den Zeiten der Führungen.

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