Stadtarchiv ersteigert wertvolles Stammbuch

Leiterin Ines Lorenz hat das Erinnerungsalbum eines Freiberger Gymnasiasten aus der Zeit um 1790 in Hamburg erstanden. Eine Spurensuche begann.

Freiberg.

Das Büchlein wirkt unscheinbar. Bei näherem Hinsehen entpuppt es sich als wahrer Schatz. Das Freiberger Stadtarchiv bekam ein Stammbuch überreicht, das von einem Gymnasiasten Ende des 18. Jahrhunderts angelegt worden war. Das in Leder gebundene, mit Goldpressdruck und Goldschnitt versehene Werk war im Mai auf einer Auktion des Hamburger Kunsthauses Ketterer angeboten worden. Stadtarchivarin Ines Lorenz wollte es unbedingt erwerben.

Mit Hilfe der Stiftung für Kunst und Kultur der Sparkasse Mittelsachsen konnte das Objekt erstanden werden. "Das Grundgebot lag bei 1000 Euro", sagt Ines Lorenz. Doch es gab einen weiteren Bieter. So stieg der Preis auf 1600 Euro. "Wir fanden vom Besitzer zunächst nur die Initialen T.G.B. sowie die Jahreszahl 1787", erzählt Ines Lorenz. Das setzte eine Spurensuche in Gang, die letztlich von Volker Bannies, Kustos der Andreas-Möller-Bibliothek, zu einem erfolgreichen Ende geführt wurde. Er fand nach mehreren Abgleichen heraus, dass es sich dabei um Theodor Gottfried Brause handelt, der 1769 in Oschatz geboren wurde und mit elf Jahren ans Freiberger Gymnasium kam. 1787 begann er sein Studium der Theologie und Philosophie in Leipzig, setzte es später in Wittenberg fort. 1793 wurde er erster Lehrer an der Freiberger Eusebienschule, die in der heutigen Bahnhofsvorstadt zu finden war. 1802 wurde er Pfarrer in Zug, 1820 in Lichtenberg, wo er 1830 starb.


Das Stammbuch enthält zahlreiche Eintragungen von Freunden, Mitschülern und Lehrern - in Deutsch, Französisch, Latein und Altgriechisch. Einer setzte gar eine kleine Komposition hinein. Die ersten, die neben OB Sven Krüger und Sparkassenvorstand Dirk Helbig das Buch anschauen durften, waren Elftklässler des Geschichtsleistungskurses am Schollgymnasium.

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