Stadtrat begrüßt Festhalten an Herberge

Investor nährt Zweifel an Begründung des Jugendherbergswerkes

Zschopau.

Der Zschopauer Stadtrat hat in seiner Sitzung am Mittwoch das Bekenntnis von Stadtcafé-Investor Toralf Zinner begrüßt. Trotz der Absage des Deutschen Jugendherbergswerkes zum Betrieb einer Herberge in der Motorradstadt hält Zinner an seinen Plänen für das Stadtcafé fest.

Unklar erschien derweil die Begründung des Herbergswerkes, das Projekt nach drei Jahren zu den Akten zu legen. Zumindest nährte Toralf Zinner Zweifel an der offiziellen Version, wonach der Standort unwirtschaftlich sei. Ein Präsidiumsmitglied habe ihm hinterher gesagt, dass sich die Entscheidung nicht gegen den Standort Zschopau richte, sondern interne Gründe habe. Möglicherweise hänge das Ergebnis der Wirtschaftlichkeitsprüfung mit einer großen Umlage zusammen, die an den Herbergsverband abzuführen sei.


Während Zinners Konzept von einer durchschnittlichen Bettenauslastung von 28 Prozent ausgeht, rechnete das Herbergswerk mit 35 Prozent. Tatsächlich sind die Beherbergungsstätten in Sachsen Zinner zufolge derzeit zu 30 bis 40 Prozent ausgelastet. Für den Umbau der Häuser an der Ecke Lange Straße/Gartenstraße und auf der gegenüberliegenden Seite habe er mit der Denkmalentwicklung Erzgebirge GmbH eine neue Gesellschaft gegründet. Der Investor will das Projekt so voranbringen, dass den Betrieb später Denkmalsozial übernehmen kann. Die gemeinnützige GmbH hat sich unter anderem der Förderung von Erziehung und Bildung sowie des bürgerschaftlichen Engagements verschrieben. Toralf Zinner führt die Geschäfte. "Wir sind aber auch für andere Partner offen, die bis vier Monate vor der Eröffnung noch einsteigen können", sagte er der "Freien Presse".

Auch mit der Verzögerung liege das Vorhaben im Plan und könne innerhalb der in der Sanierungsvereinbarung vorgegebenen Frist von fünf Jahren begonnen werden, antwortete er auf Nachfrage im Stadtrat. Den Weg für die Sicherung des Stadtcafés hatte das Gremium 2015 geebnet, indem mit dem Bauherren eine Sanierungsvereinbarung getroffen wurde. Damit konnten für die Gebäudesicherung 140.000 Euro aus dem Bund-Länder-Programm "Städtebaulicher Denkmalschutz" fließen. Für weitere Sanierungs- und Sicherungsschritte wurden später nochmals 125.000 Euro ausgereicht.

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