Tagespflege zieht in Fabrikantenvilla

Das Diakonische Werk steht in Großolbersdorf vor einem gehörigen Kraftakt. Der Bürgermeister ist froh, dass das gemeinsame Projekt umgesetzt wird.

Großolbersdorf/Marienberg.

In Großolbersdorf ist ein Millionen-Projekt geplant. Der Verein Diakonisches Werk im Kirchenbezirk Marienberg will in dem Gebäude Hauptstraße 72 eine Tagespflegestelle einrichten. Seit 1995 werden Räume im Erdgeschoss des dreistöckigen Gebäudes von der Diakonie zu Dienstberatungen genutzt. Nun ziehen die Büros der Sozialstation in die seit Jahren leerstehende erste Etage der ehemaligen Fabrikantenvilla. Im Erdgeschoss soll dafür ein Tagespflegereich mit zwölf Plätzen entstehen. Die Wohnungen im Dachgeschoss bleiben.

Steffen Haugk, Leiter der Diakoniestation Marienberg, verwies in der jüngsten Gemeinderatssitzung zur Präsentation des Projektes auf die umfangreichen Baumaßnahmen, die sowohl im Gebäude als auch im Außenbereich notwendig seien. Das leerstehende Obergeschoss befinde sich praktisch im Rohbau, die Elektroinstallation sei unvollständig, und Putz bröckele von der Wand. "Hier sollen Büros und ein Beratungsraum für die drei Teams der Sozialstation entstehen", erläuterte Haugk.

Mit rund 60 Mitarbeitern, darunter vielen Ehrenamtlern, die 200 bis 250 Menschen in Großolbersdorf, Drebach und Wolkenstein in der Alten-, Kranken- und Familienpflege helfend zur Seite stehen, sei die Großolbersdorfer mittlerweile die größte der insgesamt vier Sozialstationen im Einzugsgebiet. "Heizung, Elektro und Sanitär", zählte Haugk nur einige Gewerke auf, die in der ersten Etage ran müssen. Zudem sei einer Verstärkung der Deckenbalken erforderlich.

Im Erdgeschoss müsse ebenfalls kräftig Hand angelegt werden. Hier seien ein großer Betreuungsraum mit Küchentheke, Gäste-, Ruhe- und Therapiezimmer sowie Bad- und Sanitärreich geplant. Wie im Obergeschoss stünden auch darunter aufwendige Arbeiten an, um die umfangreichen Brandschutzbestimmungen zu erfüllen. "Für einen barrierefreien Zugang müssen die Böden im Innen- und Außenbereich angepasst werden", fuhr Haugk fort. Im Außengelände sollen die Einfahrt befestigt, die Anzahl der Parkplätze erhöht und ein Wendehammer für den Fahrdienst angelegt werden. Zudem soll letztlich die Fassade einen neuen Anstrich erhalten.

Die Gesamtkosten für den Umbau des Gebäudes, das der Gemeinde gehört, liegen laut Haugk bei rund 735.000 Euro. Fördermittel erhält die Diakonie aus dem Leader-Programm des Landes. 200.000 Euro steuere der Freistaat bei. Die Fertigstellung sei für Sommer/Herbst 2019 geplant. "Ein gehöriger Kraftakt", sagte Haugk. Gleichzeitig sei er aber auch sehr froh, dass es nun endlich losgehe. Die Pläne existierten schon seit 2015. Dabei sei auch ein Neubau in einem anderen Ort in Erwägung gezogen worden. "Letztlich hat sich der Verwaltungsrat für die Sanierung des Gebäudes in Großolbersdorf entschieden. Denn wir brauchen auch Einrichtungen auf dem Dorf", so der Leiter der Diakoniestation Marienberg weiter. Der Bedarf nach Tagespflege sei da, weist Haugk etwa auf die Zunahme von Demenzerkrankungen hin. "Wenn man Hilfsbedürftige von 8 bis 16 Uhr zur Grundbetreuung in die Tagespflege bringen kann, ist das eine große Entlastung für die Angehörigen."

Außerdem wäre es schade, wenn eine Etage des ehemaligen Herrschaftshauses an der Hauptstraße, in dem auch schon einmal der Kindergarten untergebracht war, nicht genutzt werde. "Es ist ein sehr schönes Gebäude", sagt Haugk. Ohne die gute Zusammenarbeit mit der Gemeinde hätte die Diakonie das Projekt jedoch nie in Angriff nehmen können. "Das geht nur zusammen mit der Kommune." Großolbersdorfs Bürgermeister Uwe Günther (Gewerbeverein) ist ebenfalls froh darüber, dass "das gemeinsame Projekt" nun umgesetzt wird und die Gemeinde nun auch einen Mieter für die erste Etage gefunden hat. "Durch die Pflegeeinrichtung erfährt unserer Ort eine absolute Aufwertung", betont Günther.

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1Kommentare
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  • 0
    2
    Interessierte
    04.12.2018

    Das gab es schon mal , das die Villen und Schlösser der Ausbeuter nun letztendlich dem ganzen Volk zugute gekommen sind ... ;-)



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