Terrassensanierung soll zur Lebensqualität im Ort beitragen

Seit Jahren bröckelt das Mauerwerk der Terrasse am Scharfensteiner Sportzentrum. Im Gemeinderat gab es dazu eine rege Diskussion, über deren Ausgang sich die Betreiberin der Gaststätte freuen darf.

Scharfenstein.

Wie der Name vermuten lässt, ist das Scharfensteiner Sportzentrum ein beliebter Treffpunkt für Fußballer und Kegler. Auch Handball und Gymnastik werden dort regelmäßig betrieben, da es neben der Kegelbahn zudem eine Turnhalle gibt. Doch abgesehen vom Sport spielt auch die Gastronomie in diesem Objekt eine wichtige Rolle, denn die Gaststätte von Ute Lohse ist fast täglich geöffnet. "Es ist die einzige neben der Burg", betont die Betreiberin. "Die anderen haben ja mittlerweile geschlossen." Ein ähnliches Schicksal befürchtet sie nicht, doch die Terrasse im Eingangsbereich bereitet der Gastwirtin durchaus Sorgen.

Seit sie im September 2000 das Restaurant übernahm, habe sich in baulicher Hinsicht wenig getan. "Es wurden nur das Dach und die Treppe saniert", sagt Ute Lohse. Doch der Zahn der Zeit nagt unaufhaltsam an den Mauern. Zu sehen ist das vor allem an der großen Terrasse im Eingangsbereich. "Stück für Stück ist der Putz abgefallen. Es dringt Nässe ins Mauerwerk", schildert die Gastwirtin ihre Eindrücke, die von den Keglern bestätigt werden. Nicht nur einmal hatten sie mit Wasserschäden zu kämpfen.

Inzwischen hat es die Problematik bis in den Gemeinderat geschafft. "Der Zustand ist dermaßen kritisch, dass grundhaft saniert werden muss", erklärte dort Bau-Sachgebietsleiter Volker Helbig. Dass der Aufbau bis aufs Rohdach abgetragen werden muss, daran besteht keinerlei Zweifel. Diskussionen löste jedoch die Frage aus, wie die Terrasse nach der Sanierung aussehen soll. Da ein neuer Plattenbelag laut Helbig "sehr ins Geld" gehen würde, galt ein sogenanntes Umkehrdach als Alternative. Der Vorteil sei, dass dafür nur eine Abdichtung gebraucht wird und die Kosten damit lediglich bei 45.000 Euro liegen. Allerdings würde die oberste Schicht in diesem Fall aus Kies oder einem Gründachsubstrat bestehen. Eine weitere gastronomische Nutzung der Terrasse wäre bei dieser Variante nicht möglich - im Gegensatz zum zweiten Sanierungsvorschlag mit Kosten in Höhe von 58.000 Euro.

"Wir müssen das Gesamtpaket betrachten", betonte Bürgermeister Jens Haustein und verwies damit auf die Relation von Aufwand und Nutzen: "Sicherlich steigt die Attraktivität mit einer nutzbaren Terrasse. Aber die Frage ist: Honorieren das die Scharfensteiner?" Während Haustein daran Zweifel hat, sprachen sich andere Gemeinderäte klar für eine weitere Nutzung aus. Allen voran Wolfgang Volkmann. "Das Sportzentrum ist am 16. Oktober 1976 als prägendes Gebäude im Ort entstanden und hat auch heute noch eine hohe Wertigkeit. Es bietet die einzige Möglichkeit, größere Feiern oder Veranstaltungen durchzuführen", so der Scharfensteiner Ortsvorsteher. Seine Ausführungen, die fast schon einem Plädoyer gleichkamen, fanden in der kommunalpolitischen Runde Zuspruch.

Der Großteil der Gemeinderäte war sich darin einig, dass die Lebensqualität im Ort durch eine begehbare Terrasse höher ist. Demzufolge fiel die Entscheidung mit nur einer Gegenstimme zugunsten der teuren Sanierungsvariante aus. Um die Kosten aufgrund weiterer Schäden nicht steigen zu lassen, wird laut Haustein ein Baubeginn noch in diesem Jahr angestrebt. Als es zum Beschluss kam, atmete die während der Sitzung anwesende Ute Lohse tief durch. Schließlich werde die Terrasse rege genutzt. Erst recht in einem heißen Sommer wie diesem, da sich im Saal keine großen Fenster öffnen lassen. "Und wir haben ja viele Feiern wie Schulanfang oder Geburtstage. Auch Wandergruppen kommen vorbei", so die Gastwirtin.

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