Tod auf B 174: Anklage erhoben

Ein Transporterfahrer hatte in einer Februar-Nacht einen 18-Jährigen erfasst und verletzt im Straßengraben liegengelassen - der junge Mann starb. Nun muss sich der Unfallverursacher vor dem Amtsgericht Marienberg verantworten.

Marienberg.

Die Ermittlungen im Fall des Mitte Februar nachts auf der B 174 tödlich verletzten 18-Jährigen sind abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat gegen den tatverdächtigen Transporterfahrer Anklage wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs sowie unerlaubten Entfernens vom Unfallort erhoben. Der 31-Jährige muss sich vor dem Amtsgericht Marienberg verantworten.

Der nach dem Unfall verstorbene 18-Jährige war in der Nacht zum 14. Februar zwischen der Kreuzung Heinzebank und den Halfterhäusern am Fahrbahnrand entlang gelaufen und von einem offenbar in die gleiche Richtung fahrenden Fahrzeug erfasst, in den Straßengraben geschleudert und dort unversorgt liegengelassen worden. Der Notarzt habe, nachdem der junge Mann nach Mitternacht von einem Winterdienst-Mitarbeiter auf seiner Kontroll- und Streufahrt gefunden wurde, nur noch seinen Tod feststellen können. Bereits am Morgen danach hatte die Polizeidirektion Chemnitz anhand der am Tatort gefunden Spuren nach einem Fahrzeug der Marke VW sowie Zeugen gesucht. Am Mittag dann habe sich ein damals 30-jähriger Transporterfahrer auf dem Polizeirevier Marienberg gemeldet und angegeben, der gesuchte Autofahrer zu sein.


Dass sich die Ermittlungen über Monate hinweg zogen, sei dem Umstand geschuldet, dass sich "der Tatverdächtige am Unfalltag zwar gemeldet, jedoch keine umfassende Aussage getätigt habe", antwortete Jana Brockmeier, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz, auf Anfrage von "Freie Presse". Verschiedene Zeugen seien vernommen sowie mehrere Sachverständigengutachten eingeholt worden, darunter ein unfallanalytisches und ein rechtsmedizinisches Gutachten sowie eine toxikologisch-chemische Untersuchung. Verhandelt wird der Fall vor dem Amtsgerichts Marienberg von Richter Toralf Kliemt. "Die Anklage ist zugestellt worden, der Angeklagte hat zwei Wochen Zeit, zum Sachverhalt Stellung zu nehmen. Danach entscheidet das Gericht, ob die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen und das Hauptverfahren eröffnet wird. Anschließend wird der Verhandlungstermin festgelegt", erläuterte der Richter den weiteren Werdegang. Verhandelt werde aus derzeitiger Sicht gegen Jahresende.

Bei einer Verurteilung droht dem Angeklagten eine Geldstrafe oder eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vor. Eine Selbstanzeige könne sich positiv auf das Strafmaß auswirken. "Das hängt jedoch vom Einzelfall sowie den sonstigen Umständen ab", sagte Staatsanwältin Brockmeier.

Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat bis Mitte August bereits 3382 Ermittlungsverfahren wegen unerlaubten Entfernens vom Unfallort geführt, davon 1535 gegen konkrete Tatverdächtige sowie 1847 gegen Unbekannt. In sieben Fällen wurde bei Verkehrsunfällen mit Todesfolge ermittelt - in zwei Fällen gegen bekannte Tatverdächtige, in fünf gegen Unbekannt. Damit stieg die Anzahl der Fälle im Vergleich zu den gleichen Zeiträumen in den Vorjahren leicht an. 2018 hatte die Staatsanwaltschaft Chemnitz in 3194 Verfahren wegen Fahrerflucht ermittelt, ein Jahr zuvor waren es 3265 Verfahren.

Rückläufig hingegen ist die Anzahl der Ermittlungen bei Fahrerflucht mit Todesfolge. 2018 waren es 13 Fälle, davon elf gegen Unbekannt, 2017 sogar 18 Verfahren, davon 17 gegen Unbekannt.

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