Tour führt auf die Spuren des modernen Berggeschreys

Matthias Meyer kennt viele Spuren, die schon zahlreiche Schatzsucher nach Deutschneudorf gelockt haben. Am 17. März möchte er einige den Teilnehmern einer Wanderung zeigen.

Deutschneudorf.

Dutzende Schatzsucher haben rund um den Fortuna-Stolln in Deutschneudorf verschollenes Nazigold, das Bernsteinzimmer und verlorene Dokumente gesucht. Gefunden haben sie bislang noch nichts. Allerdings spürten sie verschiedene Zeugen im Gelände auf, die ihre Vermutungen bestätigen. Matthias Meyer bezeichnet sich selbst als Schatzsucher der ersten Stunde. Als erster habe er 1998 den bis dato vergessenen Fortuna-Stolln betreten, wie er sagt. Natürlich war er auch beim modernen Deutschneudorfer Berggeschrey vor elf Jahren mit von der Partie. Damals schaute nahezu die ganze Welt zu, wie dort nach dem Bernsteinzimmer gegraben wurde.

Wer genau hinschaut, findet zahllose Besonderheiten im Gelände und verfallene Bauwerke, die auf eine bewusst geheim gehaltene Verbringung von Gegenständen durch die Nazis hinweisen. Einige davon zeigt Matthias Meyer seit sechs Jahren immer dann, wenn sich das Berggeschrey wieder jährt, den Teilnehmern einer grenzüberschreitenden Wanderung.

Am 17. März ist es wieder soweit. 13 Uhr beginnt die nächste Tour auf den Spuren der Schatzsucher. Diesmal bleiben die Wanderer zum größten Teil auf sächsischem Gebiet. Start und Ziel ist am Huthaus des Besucherbergwerks Fortuna-Stolln. An der etwa sechs Kilometer langen Strecke liegen der Bahnhof Lochmühle, die Mönchszeche, die zum Glockenweg gehörende Wanderkapelle, eine abgerissene Verladerampe, der Zänkerweg und der Rasenweg. Außerdem gibt es einen kleinen Abstecher zum Nikolai-Stolln auf böhmischer Seite. Unterwegs hören die Teilnehmer Geheimnisvolles, Mystisches und Erschreckendes. "Hinter allem steht eine gewisse Logik", sagt der 65-jährige Olbernhauer. Was wo genau liegt, vermag allerdings auch er nicht zu sagen. Bis zu drei Stunden soll die Wanderung dauern. Steffen Ulbricht wird den Olbernhauer begleiten. So können sie auch problemlos eine größere Gruppe anleiten.

Matthias Meyer interessiert sich seit seiner Kindheit für Geschichte. Das lässt sich leicht mit seiner Wanderlust kombinieren, meint er. Und so leitet er schon seit langem Touren zu der Geschichte des Adelsgeschlechts von Schönberg. In Deutschneudorf möchte er künftig über das Jahr verteilt weitere Wanderungen anbieten. Das würde auch der Betreiberin des Huthauses Mandy Wagner gefallen. "Unsere Natur bietet viel mehr ganz offensichtliche Schätze als immer noch versteckte. Diese können Einheimische und Besucher unserer Region auf diese Weise gezielt entdecken", sagt sie. Termine für weitere Wanderungen stehen noch nicht fest, sollen aber im Huthaus rechtzeitig bekannt gegeben werden.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...