Tragisches Unglück bei Fest auf Großrückerswalder Flugplatz

Auf die gute Stimmung folgte am Sonnabend der Schock: Zwei Menschen starben bei einem Absturz, nachdem zwei Maschinen zusammengestoßen sind.

Großrückerswalde.

Das Fest hatte so gut begonnen und sollte doch tragisch enden. Bei sonnigem Wetter fanden sich die ersten Besucher bereits am Samstagvormittag auf dem Flugplatz in Großrückerswalde ein. Dort wollten die drei Flugsportvereine - der Fliegerclub Großrückerswalde, der Fallschirmsportverein Rüwalders und der Flugsportverein Erzgebirge - ihr Fliegerfest feiern.

Von Anfang an herrschte Betrieb am Himmel. Ein Kunstflugpilot flog mit seinen Passagieren Loopings und andere Manöver. Silke Frey aus Leipzig stieg begeistert nach einem Flug im Ultra-Leichtflugzeug über den Fichtelberg aus der Maschine aus. Nur die Sicht hätte besser sein können, wie sie fand. Manfred Schreiter war extra aus Wittenberge angereist. Der 86-Jährige hat erst vor sechs Jahren seine aktive Pilotenzeit beendet, aus Altersgründen, wie er sagte. Feste wie dieses findet der gebürtige Chemnitzer klasse. Die gelbe Antonov zog ihre Kreise und spie ein ums andere Mal Fallschirmspringer aus. Alles lief bestens. Doch dann der Schock. Gegen 14.30 Uhr näherten sich ein Ultraleichtflugzeug und ein Segelflugzeug der Landebahn. Was dann geschah, wurde unterschiedlich wahrgenommen. Viele Besucher sahen, wie sich die beiden Maschinen berührten. Daraufhin stürzte das Ultraleichtflugzeug in den Wald ab.

Der 54-jährige Pilot und eine 26-jährige Frau, die sich mit ihm in der Maschine befand, wurden beim Absturz getötet. Das Segelflugzeug konnte unterdessen landen; der Pilot (63) und sein 48-jähriger Fluggast blieben laut Polizei unverletzt. Der entstandene Sachschaden wird auf insgesamt 100.000 Euro geschätzt.

Im Einsatz waren ein Rettungshubschrauber, mehrere Notärzte, vier Rettungswagen sowie die Bundespolizei. Ebenfalls vor Ort war der Bereitschaftsdienst der Staatsanwaltschaft Chemnitz. Die Kriminalpolizei der Polizeidirektion Chemnitz hat die Ermittlungen übernommen, und die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung Braunschweig prüft, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

Nachdem außerdem zunächst sowohl die Marienberger als auch die Großrückerswalder Feuerwehr ausgerückt waren, blieben die 19 Kameraden der einheimischen Wehr bis zum Abend vor Ort, sagte gestern Gemeindewehrleiter Sebastian Hilbert. Sie stellten unter anderem den Brandschutz sicher - es war etwas Benzin ausgelaufen, auch war zunächst der kleine Sprengsatz, der den Rettungsfallschirm des Flugzeuges auslöst, noch aktiv. Die Wehrmitglieder sorgten auch für den Sichtschutz. Mit Gaffern habe es keine Probleme gegeben, so der Wehrleiter: "Alles war abgeriegelt, die Polizei hat gute Arbeit geleistet."

Vor Ort waren am Samstag zudem die Pfarrer Bernhard Fuß, Frank Hadlich-Theml und Volkmar Freier vom Notfallseelsorger- und Kriseninterventionsteam Marienberg. Die Teammitglieder boten den Menschen vor Ort Gespräche an, sagte gestern Bernhard Fuß. Das Angebot sei auch von acht bis zehn Personen angenommen worden.

Der stellvertretende Bürgermeister von Großrückerswalde, Johannes Stuhlemmer, zeigte sich betroffen von der Tragödie, und das gehe vielen Einwohnern so. "Die Menschen, mit denen ich gesprochen habe, sind sehr betroffen. Sie sind fassungslos." Der Flugplatz sei eine feste Größe in der Gemeinde, die Vereinsmitglieder seien sehr engagiert, hielten viele Angebote bereit.

Nach und nach landeten am Samstag die vor dem Unfall noch am Himmel befindlichen Flugzeuge. Neu gestartet ist danach niemand mehr. (mit dpa)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...