Über den Alltag in der DDR

Mauerfall 89: Das Leben in Ostdeutschland ist auch am Zschopauer Berufsschulzentrum ein Thema gewesen. Schüler haben sich mit verschiedenen Aspekten beschäftigt.

Zschopau.

"Die FDJ - eine Zwangsorganisation?", "NVA - eine Friedensarmee?" und "Beziehungen - Überlebensbedingung in der Mangelwirtschaft?" sind drei der Themen gewesen, mit denen sich Oberschüler des Beruflichen Schulzentrums für Ernährung, Technik und Wirtschaft des Erzgebirgskreises in Zschopau auseinandergesetzt haben. Die Recherchen waren in dieser Woche beendet, ihre Ergebnisse präsentierten die Schüler auf mehreren Plakaten, die im Foyer zu sehen sind.

Mit dem Teilbereich "Alltag in der DDR - Mangel als Dauererscheinung?" haben sich zwei Lengefelder und ein Annaberg-Buchholzer befasst. "Wir sind in Archiven gewesen, haben aber auch in unseren Familien nachgefragt", sagt Cynthia Reichel. "Über die NVA und die Stasi haben wir in der Schule schon viel gehört, aber hier habe ich viel Neues erfahren", so die Lengefelderin.

Schulleiter Thomas Müller fühlt sich beim Thema DDR schon fast als Zeitzeuge. "Das habe ich ja alles miterlebt, aber für die jungen Leute sind viele Sachen neu und kaum nachvollziehbar", sagt der 49-Jährige. Für Jan Saredahr, der mit Cynthia Reichel und Luca Thomas Baldauf in einer Gruppe zusammengearbeitet hatte, war die Beschäftigung damit vollkommen neu. "Ich bin im Irak geboren und erst seit drei Jahren in Deutschland. Ich kann mir solche Unterschiede zu heute gar nicht vorstellen", sagt der 18-Jährige. "Eigentlich hätte die Staatsführung wissen müssen, wie es im Land bestellt war, wir haben in den Archiven so viele Beschwerdebriefe gelesen, in denen alles ganz genau beschrieben wurde", sagte Cynthia Reichel.

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