Umgehung: Zschopau bevorzugt Süd-West-Trasse

Der Stadtrat befürwortet die Vorzugsvariante des Straßenbauamtes für die neue B 174 bei Hohndorf. Aus gutem Grund.

Zschopau.

Beim geplanten Bau der Ortsumgehung Großolbersdorf/ Hohndorf geht die Stadt Zschopau konform mit dem Vorschlag des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Wie der Baulastträger favorisiert die Kommune die Süd-West-Variante - eine von vier untersuchten Trassenführungen. Die Begründungen unterscheiden sich allerdings. Zschopau bevorzugt den südwestlichen Verlauf, weil diese Strecke Zschopauer und Krumhermersdorfer Flurstücke nicht berührt und daher mögliche Beeinträchtigungen für Anwohner weitgehend ausgeschlossen bleiben. Zudem wäre die Trasse aus Sicht der Verkehrsführung günstig.

Der Stadtrat teilt diese Auffassung. Auf diese Weise werden keine Waldgebiete, Straßen und Wege auf Zschopauer oder Krumhermersdorfer Flur zerschnitten, sagte Niels Sigmund zur Sitzung am Mittwoch. Auf Vorschlag des Bündnisgrünen wurde überdies der Hinweis im Entwurf der städtischen Stellungnahme gestrichen, einen vierspurigen Ausbau der Umgehung zu prüfen. "Neben der Kostenseite ergibt es für mich keinen Sinn, eine Straße mit vier Spuren auszubauen, die unterhalb ab der Zschopaubrücke dreispurig und oberhalb ab Hohndorf zweispurig ist. Insofern sollte man sich auf die Planung des Straßenbauamtes verlassen, der ja auch aktuelle Verkehrszahlen und -prognosen zugrunde liegen", begründet Sigmund. Ohnehin dürfte so ein Hinweis beim Lasuv kaum Beachtung finden.

Das Lasuv begründet die Entscheidung für die sogenannte Süd-West-Variante, deren Vorentwurf seit Donnerstag im Großolbersdorfer Rathaus zur Einsicht ausliegt, wie folgt: Im Vergleich zu den drei anderen Varianten lasse diese Linienführung die günstigsten Trassierungsparameter zu und bringe die größte Verkürzung der Fahrstrecke, teilt das Lasuv auf Anfrage der "Freien Presse" mit.

Die Vorzugsvariante, die aus Sicht der Landesbehörde die deutlichste Entlastung der Ortslage Hohndorf von Lärm und Luftschadstoffen erreicht, sieht eine etwa 4,5 Kilometer lange Trasse durch das Gemeindegebiet vor. Die Umgehung soll südlich an Hohndorf und nach der Querung der B 174 westlich an Großolbersdorf vorbeiführen. Laut Vorentwurf müssen dafür vier Brücken errichtet werden. Geschätzte Gesamtkosten: annähernd 45 Millionen Euro.

Wie die Pressestelle des Straßenbauamtes weiter mitteilt, liegen die Baukosten für die Süd-West-Trasse im Vergleich zu anderen Varianten ähnlich oder günstiger. Das Nutzen-Kosten-Verhältnis sei am besten, so Lasuv-Sprecherin Nicole Wernicke. Aus Sicht der Umweltverträglichkeit sei es ebenfalls die günstigste der untersuchten Varianten.

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