Umwelttag bringt so manche böse Überraschung ans Tageslicht

Eigentlich hat sich das Enduro-Team "Under the Bridge" voll dem Motorsport verschrieben. Doch die Natur kommt bei den Zschopauern nicht zu kurz.

Zschopau.

Keine 500 Meter hatten Michael Keil und seine Begleiter zurückgelegt, da waren drei Müllsäcke schon prall gefüllt. "Aber genau deswegen sind wir ja auch hier", sagt der 34-jährige Zschopauer, der mit Familienangehörigen und Freunden am Schießstand aufgebrochen war. Von dort führte der Weg entlang des Hörkelbachs hinunter zur Zschopau. Ein Gebiet, das die 14-köpfige Gruppe gut kennt. Schließlich betreut sie dort bei der Enduro-Veranstaltung "Rund um Zschopau" jedes Jahr den Streckenabschnitt "Under the Bridge", auch bekannt als Klemmsches Motodrom. Tausende Zuschauer haben dort schon den Stars zugejubelt. Doch diesmal ging es den Enduro-Freunden nicht um Motorsport, sondern um die Natur.

Drei bis 80 Jahre alt sind die Mitglieder der Gruppe, die sich das ganze Jahr über zu gemeinsamen Unternehmungen treffen. Wandern, Joggen, Radfahren - es gibt viele Aktivitäten, wobei die Tour häufig über den Weg zwischen Zschopau und Wilischthal führt. Dass die umgestürzten Bäume dort vom Forst entfernt wurden, sorgte für Freude. Zufrieden sind die Hobby-Sportler aber noch längst nicht, weil ihnen am Ufer der Zschopau immer wieder Müll auffällt. "Irgendjemand muss das in die Hand nehmen", sagte sich Keil und rief mit seinen Freunden einen Umwelttag ins Leben. Neben den Säuberungen, die ohnehin nach "Rund um Zschopau" anstehen, soll dadurch auch in anderen Jahreszeiten die Natur gepflegt werden: "Das wollen wir jetzt regelmäßig machen, vielleicht sogar zweimal."

Bei der Premiere wurde so manche böse Überraschung ans Tageslicht befördert. Neben vielen Plastikteilen wurden bereits am Hörkelbach alte Reifen, Fernbedienungen und auch Brautschleifen gefunden. Der Name des Streckenabschnitts, der einem Hit der US-Band Red Hot Chili Peppers entstammt, liefert dabei eine Erklärung. "Under the Bridge" - auf Deutsch: unter der Brücke - sind laut Keil "nun mal viele Dinge zu finden, die Autoinsassen einfach so aus dem Fenster werfen". Doch der Verkehr auf der B 174 ist nur einer von vielen Faktoren. Schließlich wurde die Gruppe auch mitten im Wald fündig, wo Camper offenbar schon vor Monaten ein altes Zelt einfach liegen ließen.

Kopfschüttelnd schauten die Enduro-Fans ebenso auf das, was sie aus der Zschopau fischten. Mit bloßen Händen und mit Keschern holten sie zum Beispiel Styroporteile und Ölbehälter aus dem Wasser. "Das ist richtig gefährlich für die Umwelt und die Tiere", betont Keil. Gesammelt hatte sich das Material dort, wo eine Treppe von der Thumer Straße hinunter zum Fluss führt. Ein ins Wasser gekippter Baum erweist sich hier als eine Art Staumauer, an der sich vieles ansammelt. Auch große Äste und andere Holzteile holten die Zschopauer heraus. Während sie diese neben dem Weg lagerten, nahmen sie den Müll zwecks Entsorgung mit. Bezahlen müssen sie diese selbst, denn sie haben keinen Verein. "Hilfe können wir also gut gebrauchen", ermuntert Keil auch andere zur Initiative.

0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...