Unterricht zwischen Tür und Fußweg

Nach dem Erhalt der Zuckertüte beginnt für die ErstklässlerderSchulalltag. Dank eines besonderen Projekts lernen sie dabei auch in einem Bus dazu.

Olbernhau.

Mathematik, Deutsch, Sachunterricht und noch einiges mehr - Abc-Schützen müssen sich gleich an einen festen Stundenplan gewöhnen. Doch es gibt eine Unterrichtseinheit, die kurz nach Schuljahresbeginn noch einmal für Abwechslung sorgt. Es ist eine Lektion vor ungewohnter Kulisse, die aber mindestens genauso wichtig ist wie die anderen Stunden. Schließlich lernen die Kinder in der sogenannten Busschule wichtige Verhaltensweisen und erfahren viel über die Risiken im Straßenverkehr.

Busfahrten gehören für viele Erstklässler zum Alltag. Doch auch diejenigen, die morgens zu Fuß oder mithilfe der Eltern zur Schule gelangen, steigen früher oder später ein. "Es ist daher wichtig, dass die Kinder wissen, wie man sich richtig verhält", sagt Jürgen Schüttler von der Gebietsverkehrswacht Mittleres Erzgebirge. Zusammen mit einem Polizeibeamten und einem Busfahrer des Regionalverkehrs Erzgebirge leitete er in Olbernhau den Auftakt der diesjährigen Busschule.

Gespannt lauschten die Kinder der Grundschule Blumenau vor allem den Worten von Daniel Würpel. Schließlich war er derjenige, der sich um den praktischen Teil kümmerte. Als Busfahrer zeigte der Olbernhauer, wie sich eine Vollbremsung anfühlt. Während sich die vorgewarnten Kinder festhielten, wurde das Plüschtier von der hinteren Sitzreihe weit nach vorn katapultiert. Doch selbst das Warten an der Bushaltestelle kann es in sich haben. "Achtung, der Bus schwenkt aus", sagte Würpel und ließ seinen Worten Taten folgen. Gummikegel, die am Rande des Bürgersteiges standen, wurden beim Losfahren des einlenkenden Gefährts zerdrückt.

Seit dieser lehrreichen Einheit wissen die jungen Blumenauer auch, was ein toter Winkel ist. Große Vorsicht wollen sie nun immer beim Überqueren der Straße walten lassen. Lernen sollen dies auch die knapp 700 weiteren Kinder, die demnächst noch in der Busschule unterrichtet werden. Bis Ende September macht das große Gefährt noch an 26 Grundschulen Station.

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