Urteil im Drogenprozess - Dealer muss hinter Gitter

Ein Annaberger ist am Mittwoch vor dem Amtsgericht Marienberg wegen gemeinschaftlichen Handels mit mehreren Kilo Marihuana zu zwei Jahren und neun Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden. Sein Cousin hatte ihn verraten.

Marienberg.

Diesmal ist er nicht mit einer Bewährungsstrafe davon gekommen. Ein Drogendealer aus dem Erzgebirge muss ins Gefängnis. So lautet das Urteil von Richter Steffen Müller am Amtsgericht Marienberg. Er sieht es als erwiesen an, dass der Mann aus Annaberg mit mehreren Kilo Marihuana gehandelt haben soll. Es wäre die erste Haft für den vorbestraften Mann. Doch sein Verteidiger kündigte an, gegen das Urteil in Berufung gehen zu wollen.

Es ist der nunmehr dritte Verhandlungstag in dem Prozess gewesen. Zunächst musste der Erzgebirger Anfang Mai auf der Anklagebank Platz nehmen. Doch das Hauptverfahren wurde unterbrochen, weil ein Problem am Hauptrechner die Technik im Amtsgericht lahmlegte. Auch bei der zweiten Verhandlung fiel kein Urteil. Diesmal relativierte der entscheidende Zeuge - der Cousin des Annabergers - seine ursprüngliche Aussage. Er packte bei der Polizei aus, verriet Komplizen, Käufer und seinen Verwandten. Der schon zu zwei Jahren auf Bewährung verurteilte Cousin hatte ein Geständnis abgelegt, nachdem bei einer Razzia in seiner Wohnung 500 Gramm Marihuana gefunden wurden. Auf Basis der Aussagen folgten etwa zehn weitere Gerichtsverfahren wegen Drogendelikten - darunter auch dieses.


Dem Annaberger wird unter Berufung auf die Zeugenaussagen des Cousins vorgeworfen, zwischen Januar und Dezember 2017 in drei Fällen mit mehreren Kilogramm Marihuana gehandelt zu haben. Bei den drei Drogengeschäften in einem Annaberger Parkhaus habe der Cousin vier Kilogramm Marihuana in Taschen überreicht bekommen. Die Deals mit den Händlern aus Freiberg eingefädelt, die Übergaben organisiert und die Bezahlung geregelt habe jedoch sein Verwandter. Dass der Kreisstädter - wie beim Geständnis angegeben - bei den Geschäften auch drei Taschen mit der gleichen Menge erhalten hatte, revidierte der Cousin bei der zweiten Verhandlung. Damit konnte dem Angeklagten nun zwar kein eigenständiger Drogenhandel nachgewiesen werden. Trotzdem folgte Richter Müller den Forderungen der Staatsanwaltschaft und verurteilte den Erzgebirger zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten wegen gemeinschaftlichen Drogenhandels.

Der Verteidiger hingegen scheiterte damit, die Tat lediglich als Beihilfe zu werten, da sein Mandant dem Verwandten nur helfen wollte, an Drogen für den Eigenbedarf zu kommen. "Ich habe nur meinem Cousin einen Gefallen getan", sagte der bis dahin schweigende Angeklagte in seinem Schlusswort.

Für Richter Müller aber gibt es für die Mittäterschaft keine Zweifel: "Er war es, der alle Verhandlungen führte. Er war, es, der den Preis bestimmte. Er war es, der die Übergabe organisierte. Und das nicht einmal, sondern dreimal." Neben seiner Rolle bei den Deals sprächen die Menge der Drogen sowie die Vorstrafen gegen den Angeklagten. Er wurde schon wegen Körperverletzung, Betrugs, Diebstahls und Drogenhandels verurteilt und kam stets mit Bewährungsstrafen davon. Diesmal wohl nicht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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