Verjüngungskur für Gemälde am Rathaus

In Marienberg hat die Sanierung des Gebäudes einen weiteren Abschnitt erreicht. Eine Signatur zeugt von früherer Arbeit.

Marienberg.

Die Bilder an der Fassade des Marienberger Rathauses erhalten derzeit eine Verjüngungskur. Die Arbeiten sind Teil der Sanierung der Außenhülle vor dem 500. Stadtgeburtstag. Den feiert Marienberg im kommenden Jahr. Restaurator Daniel Görner von der Gornauer Jämlich GmbH wird dabei von der Dresdner Restauratorin Kati Böckelmann und dem Gebirger Malermeister Adelbert Gründig unterstützt. Zu restaurieren ist zum einen das Stadtwappen mit Maria, der Namensgeberin der Bergstadt. Dieses befindet sich auf der linken Seite. Die Sonnenuhr bildet das zweite Motiv. Es ist rechts zu sehen.

"Uns ist es sehr wichtig, dass die Bilder wieder denkmalgerecht gereinigt und restauriert werden", so Daniel Görner. Das Bild der Maria trägt eine Signatur und eine Jahreszahl. Beides lässt erahnen, dass Helmar Helas die Gemälde im Jahr 1938 schon einmal restauriert hat. "Wir wissen aber nicht genau, ob unsere Vermutungen zutreffen. Leider gibt es aus dieser Zeit keine Dokumentationen dazu", erklärt der Fachmann. Gleichzeitig betont er, dass Helmar Helas ein anerkannter Restaurateur seiner Zeit war.

Gearbeitet wird mit mineralischen Farben, wie sie im Original vorlagen, und dieser Zustand soll wieder hergestellt werden. Deshalb wurden im Vorfeld Farbpigmente abgenommen und in einem Labor untersucht. Die Reinigung erfolgt in drei Schritten. Deren Beginn bildete die Absaugung von Salzen, Stäuben und losen Partikeln. Danach wurden die Gemälde mit Reinigungsschwämmen trocken gesäubert. In der dritten Phase kamen destilliertes Wasser und Reinigungsschwämme zum Einsatz.

Die Gemälde waren unterschiedlich stark verwittert. Deshalb könnte einigen Betrachtern die äußere Umrahmung der Sonnenuhr nun dunkler erscheinen. "Das ist der Ton, den wir darunter vorgefunden haben. So muss es ursprünglich ausgesehen haben.", erläutert Experte Daniel Görner.

In den kommenden Tagen wollen die Fachleute die bestehenden Fehlstellen retuschieren. Daran schließt sich die sogenannte Hydrophobierung an. Dabei werden die Oberflächen witterungsbeständig gemacht. Im besten Fall soll das Ergebnis laut Daniel Görner nun 20 Jahre vorhalten. Das hängt jedoch von den Witterungseinflüssen ab. Daniel Görner hofft mit den Arbeiten noch vor dem Wintereinbruch fertig zu sein. Zuletzt waren die Gemälde 1998 im Zuge der Sanierung des historischen Rathauses restauriert worden. Damals hatte der mittlerweile verstorbene Chemnitzer Restaurator Gregor Richert die Arbeiten vorgenommen.

Begonnen haben die Sanierungsarbeiten 2019 im Sockelbereich des Gebäudes. Fassade und Dach sind bereits fertig. Seit einigen Tagen laufen auch Arbeiten am Portal. Auch diese sollen noch in diesem Monat abgeschlossen werden. Die Gesamtmaßnahme kostet etwa 370.000 Euro. Rund 174.000 Euro stammen aus verschiedenen Fördermitteltöpfen des Denkmalschutzes, des Freistaates und des Bundes.

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