Verkleinerung des Beckens löst Unmut in Bürgerfragestunde aus

Der geplante Umbau im Borstendorfer Bad stößt auf Kritik. Bürgermeister und Verwaltung sehen jedoch keine Alternative.

Grünhainichen.

Obwohl die Vergabe der Bauleistungen zur geplanten Verkleinerung des Borstendorfer Freibades auf die Aprilsitzung verschoben worden war, musste sich Grünhainichens Gemeinderat in seiner jüngsten Zusammenkunft trotzdem mit dem Thema befassen. Denn das Vorhaben hat Unmut in der Gemeinde ausgelöst. "Wir werden nicht zulassen, dass unser Bad verkleinert wird", machte Heidi Swigon in der Bürgerfragestunde ihrem Ärger Luft. Mit Helga Uhlig vertrat die Borstendorferin laut eigenen Angaben eine Gruppe von mehr als zehn Freizeitschwimmern, die regelmäßig im 50-Meter-Becken des Schachdorfes ihre Bahnen ziehen. 2017 war das Grünhainichener Freibad aus Kostengründen geschlossen worden. Auf dem Gelände soll eine Grundschule gebaut werden, um den Schulstandort zu sichern.

Die Verwaltung hatte in der vergangenen Woche mitgeteilt, dass in Borstendorf nach der diesjährigen Badesaison im Schwimmerbecken eine Mauer eingezogen und es so von 55 auf 33 Meter gekürzt werden soll. Der abgetrennte Teil soll verfüllt werden und künftig als Sitz- und Imbissbereich dienen. Durch die Verkleinerung des Beckens verringerten sich die benötigte Wassermenge und der Betriebsmitteleinsatz, ohne dass die Wasserqualität darunter leide, so die Verwaltung. Der Hauptgrund für den Umbau seien jedoch die bautechnischen Mängel an Beckenboden und -wänden in genau diesem Bereich des Beckens. Bei den Instandsetzungsarbeiten im Frühjahr 2017 (Kosten: rund 55.000 Euro) hätten nicht alle schadhaften Stellen beseitigt werden können.

Torsten Kleditzsch

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"Wir sind sehr verärgert darüber, dass im Vorfeld niemand mit uns gesprochen hat und wir vor vollendete Tatsachen gestellt wurden", sagte Heidi Swigon. "Sollte es reparaturbedürftige Stellen am Becken geben, können diese sicher auch anderweitig in Ordnung gebracht werden", meint die 54-Jährige. "Sollten noch weitere Schadstellen auftreten, wird am Ende wohl das gesamte Becken zugeschüttet?", fragte die Sprecherin der Schwimmergruppe.

"Mit der Verkleinerung umgehen wir eine finanziell aufwendige Sanierung des Beckens", begründete Kathrin Ardelt das Vorhaben. Das Freibad werde durch die Umstrukturierung nicht nur attraktiver für Besucher, sondern auch zukunftsfähiger hinsichtlich der Betriebskosten, so die Vorsitzende des Verwaltungsverbandes Wildenstein. Eine eigens gebildete Arbeitsgruppe habe lange nach Lösungen gesucht.

"Wir haben alle Varianten geprüft", betonte Bauamtsleiterin Nadja Beirich. Doch eine Sanierung des Beckens für rund 250.000 Euro übersteige die finanziellen Möglichkeiten genauso wie das Auslegen mit einer Folie für etwa 100.000 Euro. "Mit so einer Maßnahme könnten wir auch den Bestandsschutz für unsere Technik verlieren. Neue würde gut 50.000 Euro kosten", ergänzte Bürgermeister Robert Arnold. Er verwies zudem darauf, dass es für die Sanierung keine Fördermittel gebe, da es sich bei der Betreibung eines Freibades um eine freiwillige Leistung der Gemeinde handelt: "Aber wir müssen etwas machen, um das Bad zu erhalten. Das ist unser großer Wille." Für den im Herbst geplanten Umbau seien deshalb 15.000 Euro in den Haushalt eingestellt.

"Wir müssen dabei das Gleichgewicht finden zwischen dem, was wir uns leisten können, und dem, was die Bürger wollen", betonte der Bürgermeister. So sei etwa die Besucherzahl in der vergangenen Saison mit 6500 Badegästen deutlich unter den Erwartungen geblieben. Rückendeckung erhielten Verwaltung und Bürgermeister auch vom Gemeinderat. "Wenn wir das Bad erhalten wollen, müssen wir es verkleinern. Sonst ist es vielleicht irgendwann ganz zu", sagte etwa Claudia Auerswald (Freie Bürgerinitiative Waldkirchen).

Heidi Swigon konnten die Argumente nicht überzeugen. Ihre Forderung, wenn Geld fehle, müsse eben das Projekt Schulneubau überdacht werden, sorgte ebenso für Kopfschütteln in der Runde wie ihre Aussage, das Bad sei wichtiger als ein neues Gebäude. Sie kündigte an, bei den Kommunalwahlen im Mai für den Gemeinderat zu kandidieren: "Ich werde um das Bad kämpfen."

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