Vermeintliche Giftköder im Kurort aufgetaucht

Polizeisprecher gibt vorerst für Bad Schlema Entwarnung

Bad Schlema.

Ist in Bad Schlema ein Tierhasser unterwegs, der Giftköder auslegt? Dieser schlimme Verdacht wird derzeit durch einen Beitrag in den sozialen Netzwerken erweckt. Eine Frau schildert darin, dass Mitte vergangener Woche in der Nähe von Apotheke und Ärztehaus auf dem Gehweg erneut Rattengift gefunden wurde.

Die Nachricht ist hundertfach geteilt worden. Bebildert ist sie mit einem Foto von drei kleinen weißen Kügelchen. Dazu schreibt die Frau: "Hier in Bad Schlema treibt ein Hundehasser sein Unwesen. Heute das vierte Mal, diesmal auf der Pflasterfläche zwischendrin gut versteckt."


Der Polizei sind die Meldungen bekannt, wie Sprecher Andrzej Rydzik auf Nachfrage erklärt. "Das großkörnige Granulat konnte durch eine Kollegin auch gesichert werden." Die Ergebnisse einer ersten Untersuchung hätten jedoch gezeigt, dass "höchstwahrscheinlich davon auszugehen ist, dass es sich nicht um Rattengift handelt".

Kriminaltechniker sollen das Granulat in den nächsten Tagen allerdings noch einmal genauer unter die Lupe nehmen, um nach Möglichkeit festzustellen, um welchen Stoff es sich handelt. Gegenwärtig würden keine gesicherten Erkenntnisse vorliegen, sagt Sprecher Rydzik, dass von dem Granulat eine akute Gesundheitsgefahr ausgeht.

"Mit Rasierklingen gespickte Köder", "Tödlicher Spaziergang: Hund stirbt an Giftköder","Tierschützer warnen vor Giftködern" - immer wieder sind solche Meldungen im Erzgebirge zu lesen. Mit gefährlichen Stoffen präparierte Köder können dabei nicht nur für frei lebende Tiere lebensbedrohlich sein, sondern unter Umständen auch für Kinder. Unklar ist, wie häufig solche Fälle vorkommen. Denn nicht jeder Verdacht erhärtet sich. Und laut der Tierrechtsorganisation Peta werden derartige Straftaten auch nicht bundesweit zentral erfasst. Die Zahlen einer privaten Giftradar-Website würden aber Bände sprechen. Jedes Jahr gibt es demnach unzählige Warnungen, von denen ein Teil offiziell bestätigt wird. So waren 2015 über 1800 Meldungen aufgenommen worden. Auch am Unterbecken in Markersbach sollen laut unbestätigten Berichten zuletzt Giftköder gefunden worden sein. Polizeisprecher Rydzik: "Über derartige Vorfälle in Markersbach wissen wir ebenso aus den sozialen Netzwerken, wobei bislang keine Bürgermitteilung oder Anzeige eingegangen ist."

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