Verständnis und Bedauern über Absage des Wintertreffens

Viele Motorradfahrer hatten sich Urlaub genommen, waren schon auf dem Weg nach Augustusburg. Nun versuchen sie, das Beste aus der Situation zu machen.

Augustusburg.

Die Biker der "Höllensudrockers" aus Rittersberg können nicht richtig nachvollziehen, warum das diesjährige Wintertreffen auf Schloss Augustusburg abgesagt wurde. "Erst, als wir gestern am Einlass standen, hat man uns mitgeteilt, dass es ausfällt", sagte Michael Klauß. Zusammen mit elf weiteren Motorradfreunden hat der 34-Jährige dann zähneknirschend die Ersatz-Version genommen und das große Zelt im Steinbruch an der hinteren Schlossauffahrt in Augustusburg aufgestellt. Umdrehen und zurück nach Hause fahren, das kam für die Biker nicht in Frage.

"Wir hatten ja auch einen gewissen Aufwand. Es wurde Urlaub genommen, wir haben Verpflegung eingekauft und Feuerholz hierher transportiert", ärgerte sich Tino Fritzsch über die kurzfristige Absage. "Am Mittwoch, als es so stark schneite, haben wir extra per Facebook angefragt, ob das Treffen stattfindet, weil es zuvor auch schon mal wegen zu viel Schnee abgesagt worden ist. Wir haben die Antwort aus dem Rathaus als ein Ja verstanden und uns dann am Donnerstag auf den Weg gemacht."

"Heute Morgen sind wir oben auf dem Schloss gewesen. Wir haben höchstens 20 Prozent Dachflächen gesehen, von denen Schnee fallen könnte. Eigentlich hätte man die Biker wirklich oben zelten lassen können", ärgerte sich Michael Klauß. "Jetzt zelten wir hier im Steinbruch. Man hätte wenigstens den Toilettenwagen von oben am Schloss in den Steinbruch fahren können", meinte die einzige Frau aus der Runde der "Höllensudrockers", die sich nun zwei Dixis mit allen Motorradfahrern teilen muss.

Matthias Ettrich aus Leipzig hingegen hat Verständnis für die Absage der Winterveranstaltung. "Es ist richtig, das Treffen ausfallen zu lassen. Besser so, als wenn was passiert", sagt der 53-Jährige. Weil er als einziger einer geplanten Fünfergruppe nach Augustusburg gefahren ist, hat er im Steinbruch eine Zelt-Zweckgemeinschaft mit zwei Bikern aus Hainichen gegründet. Diese waren ebenfalls zu zweit statt zu neunt aufgebrochen, "weil wir schon alles organisiert und gepackt hatten". "Das Zelt ist für einen zu groß, jetzt nutzen wir es zu dritt und haben sogar einen Ofen zum Heizen", so Jens Handrick und Dirk Heimann, die froh über das Angebot des Leipzigers waren.

Andere Töne waren am Platz einiger Motorradfreunde aus Rübenau zu hören. "Wir kommen von dort, wo richtig viel Schnee liegt und nicht nur so ein Kinkerlitzchen", sagte Biker Heiko Fischer und schmunzelte dabei ein wenig. Auf der Fahrt nach Augustusburg hätten sie am Donnerstag von der Absage gehört. "Erst freust du dich, dass es zum Wintertreffen schneit, und dann wird wegen Schnee abgesagt", so Heiko Fischer. "Zu DDR-Zeiten sind auch immer mal Dachlawinen abgegangen. Manchmal gab es deswegen auch plattgedrückte Zelte, aber es gab nie Verletzte. Es hätte keiner das Treffen deswegen abgesagt." Seine Freunde, die sich zum Frühstück Rühreier mit Speck im Planwagen gönnten, stimmten ihm dabei voll zu.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...