Viele Züchter nutzen letzte Gelegenheit

Zumindest vorerst werden keine weiteren Geflügelschauen stattfinden. Das war ein Grund dafür, dass bei der Veranstaltung des Drebacher Vereins am Wochenende trotz Corona noch einmal viel los war.

Drebach.

Auf alles sind sie vorbereitet gewesen. Die Mitglieder des Geflügelzüchtervereins 1881 Drebach und Umgebung hätten die vielen Käfige in der örtlichen Ausstellungshalle am Samstag auch gleich wieder abgebaut, falls dies aufgrund der Entwicklung der Corona-Zahlen nötig gewesen wäre. Nur die Bewertung durch die Preisrichter am Freitag sollte unbedingt stattfinden.

"Für Züchter ist so etwas wichtig, um Erkenntnisse zu ihrem Zuchtstand zu erlangen", sagt der Vereinsvorsitzende Johannes Sack. Trotz der jüngsten Entwicklung der Pandemie hatten er und seine Mitstreiter daher alles getan, damit die 78. Kreis-Rassegeflügelschau des Kreisverbandes Annaberg möglich wurde. Und die konnte so letztlich doch noch von Besuchern bis zum Sonntagabend bestaunt werden.

Desinfektionsmittel und die Registrierungsliste am Eingang zeugten vom Hygienekonzept, das die Drebacher erarbeitet und genehmigt bekommen hatten. Was dabei fehlte, war der sonst übliche große Verpflegungstresen. Nicht einmal eine Kasse hatten die Gastgeber aufgebaut. Stattdessen gab es einen kleinen Taubenstand für Spenden. "Wir hatten ja ganz bewusst auch keine Werbung für die Schau gemacht, um einen großen Andrang von Menschen zu vermeiden", erklärt Johannes Sack. Für dieses eine Jahr käme der Verein auch ohne diese Einnahmen aus, da er gut aufgestellt sei. Allerdings meint dies der Vorsitzende nur in finanzieller Hinsicht. Personell könnte es durchaus besser laufen, wie er gesteht. "Der Altersdurchschnitt steigt", sagt Sack, der mit seinen 64 Jahren noch längst nicht zum alten Eisen gehört. Junge Leute zu finden sei schwer. Selbst in Corona-Zeiten, in denen auch Jugendliche mehr Zeit zu Hause verbringen und dabei womöglich die Zucht von Haustieren als Hobby für sich entdecken könnten, zeichnet sich in den Augen von Johannes Sack keine Trendwende ab.

Es gibt aber auch Ausnahmen, wie der Fall von Jonas Baldauf zeigt. Seit vergangenem Sommer gehört der 14-jährige Drebacher zum Verein. Den Stall im Garten seiner Familie gab es schon länger, doch erst er widmet sich dort gezielt der Zucht von Hühnern. Täglich kümmert er sich um neun Deutsche Zwerg-Wyandotten, die ihm am Wochenende immerhin bis zu 94 Punkte von den Preisrichtern einbrachten - und damit die Note "Sehr gut". Doch mit der Spitze konnte Jonas Baldauf nicht ganz mithalten, die Schau hatte ein ausgesprochen hohes Niveau zu bieten. "Da es in nächster Zeit keine solchen Veranstaltungen mehr gibt, haben viele diese letzte Chance genutzt", erklärt Johannes Sack, warum in Drebach 735 Tiere von 91 Ausstellern zu sehen waren. Auch andere Züchter aus Mittelsachsen und sogar dem Vogtland schauten vorbei, um beeindruckende Exemplare zu sehen. So wie die Thüringer Schildtauben rot von Frieder Lindner. Der 77-jährige Drebacher gehörte zu den erfolgreichsten Lokalmatadoren, denn er wurde als Kreismeister im Bereich der Tauben ausgezeichnet.


Noten zeugen von hohem Niveau

27 der 735 Tiere wurden mit der Note "V" ausgezeichnet. Dies steht für die Einschätzung als vorzüglich. Aufgrund des überragenden Gesamteindrucksgabes die volle Punktzahl (97).

Die zweithöchste Note (HV) erhielten 37 Tiere. Sie erhielten 96 von 97 möglichen Punkten und wurden als hervorragend eingeschätzt. Winzige Mängel gaben den Ausschlag.

Zwölf Preisrichter hatten am Freitag die Benotung vorgenommen. Dabei wurden die meisten Tiere als "Sehr gut" (93 bis 95 Punkte) sowie "Gut" (91/92 Punkte) eingeschätzt.

Ohne Punkte blieben nur fünf Tiere, was ebenfalls für das hohe Niveau dieser Geflügelschau spricht. Unter anderem erfolgte wegen zu hohem Alters der Tiere keine Bewertung. (anr)

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