C 47 in Zschopau: Von der Ruine zur Kreativwerkstatt

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"C 47" steht nicht nur für die Adresse eines alten Zschopauer Hauses, das saniert wird.Es ist zugleich die Bezeichnung einer Vision für dieses Objekt.

Zschopau.

Dass Investoren in sanierungsbedürftigen Gebäuden von Zschopau schlummerndes Potenzial sehen, zeigt das Beispiel Stadtcafé. Seine Herbergspläne für dieses Objekt hat Toralf Zinner schon mehrfach vorgestellt, weshalb seine Erläuterungen am Samstag kaum Fragen nach sich zogen. Deutlich öfter musste während dieser Informationsrunde Frank Lemloh Rede und Antwort stehen, denn mit seiner Vision für ein anderes markantes Haus, dem der Abriss drohte, sorgte der 48-Jährige für staunende Gesichter unter den gut 20 Gästen.

Nachdem der gebürtige Münsteraner schon in Hamburg und der Schweiz gearbeitet hat, widmet er sich nun in Zschopau einer neuen Herausforderung. "Ich würde mir wünschen, dass hier das zweite Zukunftsbüro entsteht", sagt Lemloh. Das erste hat er in Leipzig eröffnet. Der Stadt, in der er wohnt und wo er auch Toralf Zinner und Georg von Nessler getroffen hat. Letzterer hat in Zschopau das markante Gebäude an der Chemnitzer 47 gekauft, das gerade bis auf die Grundmauern abgerissen wurde und binnen drei Jahren in seiner historischen und ortsprägenden Form neu entstehen soll.

Für Wohnzwecke ist nur das Dachgeschoss vorgesehen. Auf der Ebene darunter entstehen Büros - im Erdgeschoss sogenannte Ausstellungs- und Begegnungsflächen. Es sind jene Räume, in die Menschen kommen sollen, um sich über ihre Zukunftspläne, Ideen und Firmengründungen beraten zu lassen. Über das Modell, das Lemloh aus der Schweiz kennt, ist er sich mit Georg von Nessler einig. Positive Erfahrungen hat der Systemische Berater in Leipzig gesammelt, wo er in drei Jahren 90 Personen in die Selbstständigkeit begleitet hat. Ob es auch in Zschopau soweit kommt und das Projekt überhaupt umgesetzt wird, ist noch nicht sicher. Aktuell ist die "Kreativ- und Gründerwerkstatt C47", benannt nach der Adresse des Standorts, also selbst eine Vision.

"Ich brauche dafür zwei Hosts hier vor Ort", erklärt der 48-Jährige. Dabei handelt es sich um Zukunftsgestalter, die Menschen bei ihrer Planung helfen. Sie müssen nicht über bestimmte Ausbildungen verfügen. "Das kann auch jemand mit viel Lebenserfahrung und Ortsbezug sein", so Lemloh. Entscheidend ist auch der Charakter, denn Geld allein ist keine Motivation. Das Projekt sei niedrigschwellig: "Jeder Kunde bezahlt so viel er will." Dass sich dieses Konzept in Zschopau für alle Beteiligten lohnen kann, steht für den Initiator fest: "Erzgebirger haben eine besondere Mentalität. Ich sehe hier großes Potenzial." Mitstreiter hofft er, noch in diesem Jahr zu finden. Ein Büro vor der Fertigstellung von "C 47" hat er auch schon. Als Interimslösung soll der Laden in der Ludwig-Würkert-Straße 3 dienen, wo am Samstagnachmittag auch die Informationsrunde stattfand.

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